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München: Herausgebrochenes Waschbecken ist kein Reisemangel

München : Herausgebrochenes Waschbecken ist kein Reisemangel

Ein ursprünglich ordnungsgemäß montiertes Waschbecken im Hotel bricht nach Jahren aus der Wand, ohne dass dies zu erkennen gewesen wäre: Ein solcher Umstand stellt keinen Reisemangel dar, für den der Veranstalter haftbar gemacht werden könnte. Das entschied das Amtsgericht München (Az.: 274 C 14644/13), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell” berichtet.

In dem verhandelten Fall hatte sich ein nach örtlichen Regelungen ordentlich angebrachtes Waschbecken in einem Hotel auf Fuerteventura aus der Wand gelöst. Der Kläger meldete Mängel an, ließ jedoch niemanden mehr in sein Zimmer, um das Waschbecken auszutauschen. Außerdem verweigerte er einen Wechsel des Hotels. Stattdessen forderte er vor Gericht Schadenersatz, eine Minderung des Reisepreises, Schmerzensgeld und Entschädigung wegen entgangener Urlaubsfreuden.

Das Gericht wies die Klage ab und stellte fest: Der Unfall des Klägers stellt keinen Reisemangel dar. Der Veranstalter hat seine Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt. Selbst wenn das Waschbecken ursprünglich schlecht montiert gewesen war, konnte niemand mit einer Gefahr für den Gast rechnen. Ein Sicherheitsmangel sei von außen nicht erkennbar gewesen, so die Richter. Man könne nicht erwarten, dass der Veranstalter die Stabilität des Waschbeckens regelmäßig durch Belastung überprüfe.

(dpa)