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Berlin: Feuer, Feier, Fröhlichkeit: Traditionen zum Mittsommerfest

Berlin : Feuer, Feier, Fröhlichkeit: Traditionen zum Mittsommerfest

Sonnenwendfeiern zur Mittsommernacht zählen zu den ältesten Bräuchen der Welt. Besonders in den nordischen Ländern sind Traditionen in der kürzesten Nacht des Jahres um den 21. Juni und am Johannistag am 24. Juni noch lebendig.

SCHWEDEN: „Midsommar” wird mit reichlich Schnaps und Hering an dem Wochenende gefeiert, das dem längsten Tag am nächsten ist. Dabei wird im Freien um eine geschmückte „Majstången” getanzt - mit sieben verschiedenen Blumen im Haar.

NORWEGEN: In der Nacht vor dem Johannistag leuchten Fackeln bei feucht-fröhlichen Freiluftpartys zum Sankt-Hans-Fest „Jonsok” im Gedenken an Johannes den Täufer. Feuer werden entzündet, und Kinder spielen eine traditionelle norwegische Hochzeit nach.

DÄNEMARK: Zum Sonnenuntergang werden am „St. Hans Aften” am 23. Juni in Parks und Gärten Johannisfeuer entzündet. Zum Verbrennen einer Strohhexe werden alte Lieder gesungen und Feuerreden gehalten.

FINNLAND: Viele Finnen verbringen das Familienfest am Wochenende zwischen dem 20. und 26. Juni in ihren mit Blumen und Birkenzweigen geschmückten Sommerhäusern und entzünden „Juhannus”-Feuer. Einst wurde der Nacht besondere Fruchtbarkeit zugeschrieben, bis heute ist der Johannistag ein beliebter Hochzeitstermin.

ESTLAND: Zum Mittsommerfest am Abend des 23. Juni sind viele Städte nahezu menschenleer, weil es die Esten zu Lagerfeuer und Grill aufs Land zieht. Wichtige Tradition: Das Johannisfeuer darf die ganze Nacht nicht ausgehen, sonst droht ein Jahr lang Pech.

LETTLAND: Ihr Mittsommerfest „Jani” feiern Letten mit traditionellem Kümmelkäse und Bier die ganze Nacht zum 24. Juni - Frauen mit Blumen im Haar, Männer mit Kränzen aus Eichenlaub. Sie springen über Feuer, um böse Geister zu vertreiben. Wer in der Johannisnacht einschläft, dem droht ein Jahr voller Pech.

LITAUEN: Die Menschen feiern in bunten Trachten und mit eigens für die Johannisnacht gebrauten Biersorten. Einem alten Volksglauben nach können in der kürzesten Nacht des Jahres die Tiere sprechen.

RUSSLAND: In den „Weißen Nächten” von Anfang Juni bis Mitte Juli wird die Ostseemetropole St. Petersburg zur Partymeile mit durchgehend geöffneten Kneipen und Straßen-Cafés. Ein Höhepunkt ist das Schülerabschlussfest „Purpurrote Segel” um die Sonnenwende herum mit Feuerwerk und viel Musik.

(dpa)