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Basel: Fair reisen: Urlauber können mit einfach helfen

Basel : Fair reisen: Urlauber können mit einfach helfen

Der Tourismus gehört weltweit zu den größten Wirtschaftsfaktoren. Entsprechend hoch ist sein Einfluss - und der Einfluss der Reisenden. In vielen Regionen der Welt kommt der Gewinn aus dem Tourismus jedoch nicht unbedingt der einheimischen Bevölkerung zugute, sondern nur Einzelnen sowie den großen Tourismuskonzernen, zum Beispiel aus Europa.

Zudem werden die Einheimischen oft nur als begleitende Folklore wahrgenommen und präsentiert. Einige Organisationen wie zum Beispiel der Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung in der Schweiz oder Tourism Watch in Deutschland haben es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu bringen- und dabei die Möglichkeiten für Reisende aufzuzeigen, sich an einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in beliebten Urlaubsgebieten teilzuhaben.

„Es geht unter anderem darum, dass die Einheimischen gerecht beteiligt werden und für sie gute Arbeitsbedingungen bestehen”, erklärt Christine Plüss, Geschäftsführerin des Arbeitskreises für Tourismus & Entwicklung in Basel. Vorbild ist der sogenannte Faire Handel, der sich inzwischen zur Erfolgsgeschichte mausert. Eine derartige Entwicklung zu unterstützen, sei gar nicht so schwer. „Es gibt fünf Punkte, die man berücksichtigen sollte, dann hat man schon viel getan”, sagt Plüss. Dazu gehört, sich Zeit zu nehmen, vor Ort den Austausch zu pflegen, den Nutzen für die Einheimischen im Blick zu behalten, faire Preise zu zahlen und die Lebensgrundlagen zu achten.

„Man sollte sich die Zeit nehmen, sich vor der Reise mit Land und Leuten zu beschäftigen und so ein Verständnis für die fremde Kultur und die Gegebenheiten vor Ort zu bekommen”, wünscht sich Plüss. Sehr hilfreich seien dabei die Sympathiemagazine des deutschen Studienkreises für Tourismus, die einen guten Einblick in das Reiseland geben. Man kann sie unter http://studienkreis.org bestellen. Plüss empfiehlt auch, einen Roman zu lesen, der in dem jeweiligen Land spielt, oder einen entsprechenden Film anzuschauen.

Beim Buchen könnte man dann zum Beispiel danach fragen, wie das Hotel geführt wird und wer der Eigentümer ist. Es gibt bereits Unterkünfte - auch für den Pauschalurlaub - die ökologische und soziale Programme durchführen. Eine schöne Erfahrung kann der Aufenthalt in einem Hotel sein, das Einheimischen gehört und im Landesstil geführt wird: Dort lässt sich viel mehr über die Lebensweise der Menschen erfahren.

Und eine Entdeckungsreise in die einheimische Küche kann mehr Vergnügen bringen als die eher unpersönliche Hotelverpflegung - die zudem in internationalen Hotels und Restaurants meist importiert ist. Dadurch kommt ein großer Teil der im Tourismus erwirtschafteten Devisen nicht den Einheimischen zugute, sondern fließt in die Industrieländer zurück.

Vor Ort sollte man außerdem durch sein Verhalten die heimische Wirtschaft unterstützen: „Wer beispielsweise ein Souvenir kauft, sollte darauf achten, dass dieses auch wirklich in dem betreffenden Land hergestellt worden ist und nicht aus einer Massenproduktion im Ausland stammt”, lautet der Rat von Plüss. Auch der Besuch eines Restaurants oder der Einkauf von Getränken in einem kleinem Laden gehören dazu. Und selbst beim Feilschen auf den Märkten sollte man den Preis nicht zu weit nach unten drücken.

Am besten informiert man sich vorher über das Preis- und Einkommensniveau. Mindestens ebenso wichtig ist es, der einheimischen Bevölkerung Respekt zu erweisen - indem man beispielsweise fragt, bevor man auf den Auslöser seiner Kamera drückt. Viele weitere Informationen findet man auf der Internetseite http://www.fairunterwegs.org .