Die Tricks der Reiseportale: So schützen Sie sich vor den Preisfallen

Tricks der Reiseportale : So schützen Sie sich vor den Preisfallen

Im Schnitt fährt jeder mindestens einmal im Jahr in den Urlaub. Zunehmend wird dieser über Reiseportale gebucht, die mit günstigen Angeboten locken. Doch nicht hinter jedem vermeintlich günstigen Angebot steckt ein Schnäppchen.

So manche anfänglich günstige Urlaubsreise kann zu einer teuren Preisfalle werden.

Überteuerte Versicherungen

Eine weitere Preisfalle lauert bei angebotenen Versicherungen. Bei vielen Angeboten besteht die Möglichkeit gleich zusätzlich noch eine Versicherung wie eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Hier sollten die Kunden in jedem Fall das Kleingedruckte lesen, denn oft sind die Bedingungen nicht realistisch. Stornos müssen beispielsweise spätestens am Vortag der Reise gemacht werden, Kunden, die aber unmittelbar vor Reiseantritt stornieren möchten, haben keine Möglichkeit mehr. Viele Polizzen sind sehr undurchsichtig, vor allem im Hinblick auf die Dauer. Die Polizze endet nicht zwingend mit dem Ende der Reise, nicht selten muss eine zusätzliche Kündigung erfolgen. Nicht selten sind dann die Kunden im nächsten Jahr mit Zahlungsaufforderungen konfrontiert.

Jedes Extra kostet

Viele der Angebote sind nur deshalb so günstig, weil sie nur das absolute Minimum inkludieren. Werden zusätzliche Serviceleistungen benötigt, müssen die Kunden dafür tief in die Tasche greifen und überdurchschnittlich hohe Gebühren bezahlen. Teuer sind beispielsweise nachträgliche Namensänderungen oder zusätzliche Gepäckstücke. Daher sollte vorab genau geprüft werden, welche Leistungen inkludiert sind und für welche zusätzliche Gebühren anfallen. Bei manchen Reiseportalen besteht sogar die Möglichkeit anhand bestimmter Leistungen zu filtern, wodurch gleich Angebote angezeigt werden, bei denen diese Leistungen bereits inkludiert sind. Um böse Überraschungen zu vermeiden sollte man sich über das dementsprechende Portal, welches man nutzen möchte im Vorhinein informieren.

Undurchsichtige Gebühren

Natürlich wollen Reiseportale Geld verdienen, sie bieten nicht nur aus Nächstenliebe Preisübersichten, manche Anbieter holten sich ihr Geld aber mit sehr fragwürdigen Methoden. Sie verrechnen Gebühren, bei denen nicht klar ersichtlich ist, wofür der Kunde bezahlt. Manche Portale sind bei der Namensgebung der Gebührenposten ausgesprochen kreativ, wodurch noch unklarer wird, wofür zu bezahlen ist. Neben nicht verständlichen Gebühren werden bereits bei der Buchung für Extras Kosten ein gehoben. Vor allem die Bezahlung selbst kann teuer werden.

Zwar bieten Portale viele Möglichkeiten zur Bezahlung an, bevorzugen jedoch eindeutig bestimmte Formen, wie die Zahlung mit Kreditkarte. Wählt der Kunde eine Form, die beispielsweise für das Portal ein Risiko darstellt, dann können dafür zusätzliche Gebühren ein gehoben werden. Wer sich bei den Gebühren nicht sicher ist, der sollte von solchen Angeboten Abstand nehmen. In der Regel gibt es das Angebot nicht nur auf einem Portal, sondern wird auch auf weiteren Portalen angeboten.

Teure Angebote für Smartphone-Nutzer

Reiseportale wissen noch bevor wir einen Urlaub buchen, wer wir sind, wie wir in etwa finanziell gestellt sind. Portale stellen in einem ersten Schritt fest, mit welchem Gerät wir das Portal nutzen. Bei Smartphone-Nutzern, die etwa mit einem iPhone online sind, wird automatisch davon ausgegangen, dass sich die Person mehr leisten kann bzw. gewillt ist, höhere Preise zu bezahlen. Doch auch das Suchen nach Angeboten über den PC ist nicht ganz gefahrenlos, denn auch darüber wird sogenannte Preisdiskriminierung, also angepasste Preislegung auf Basis von Nutzerdaten, betrieben.

Schuld sind in diesem Fall die Browser, die personalisierte Daten sammeln und sie zum Teil auch an die Seitenbetreiber weiter geben. Bei einigen Browsern können sich die Nutzer sogar Einloggen, wodurch noch mehr persönliche Informationen gespeichert und diese teilweise auch abgefragt werden können. Wer Preisdiskriminierung vermeiden möchte, der sollte für seine Suche nach einem günstigen Flug den PC verwenden. Es kann sogar hilfreich sein, wenn ein PC mit einem älteren Betriebssystem verwendet wird. Personalisierte Browser sollten nicht verwendet werden oder die Nutzer sollten sich zumindest für die Recherche abmelden.

Verfügbarkeit und unrealistische Gutscheinbedingungen

Eine Preisfalle lauert auch bei der Verfügbarkeit und den Gutscheinen. Manche Portale locken mit Gutscheinen, wenn etwa innerhalb einer bestimmten Zeit gebucht oder bezahlt wird. Den Gutschein sieht der Kunde jedoch nur selten, weil oft zusätzliche Bedingungen angegeben sind, die den Erhalt praktisch unmöglich machen. Hinzu kommt, dass einige Portale den Erhalt des Gutscheines so langwierig gestalten, das die Kunden aufgeben. Eine Preisfalle lauert auch bei der Verfügbarkeit, denn hier wird eine künstliche Verknappung forciert.

(vo)
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