Jakarta: Auf Java die Erleuchtung finden

Jakarta: Auf Java die Erleuchtung finden

Java zieht nicht nur mit seinen dramatischen Vulkanlandschaften und der tropischen Natur jährlich Millionen von Besuchern an. Vor allem die religiösen Stätten und Paläste machen die bevölkerungsreichste Insel Indonesiens zu einem attraktiven Reiseziel.

Die buddhistischen und hinduistischen Tempelanlagen sind Zeugnisse einer Jahrtausende alten Kultur.

Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit ist die weltberühmte Tempelanlage Borobudur. Idealer Ausgangspunkt ist Indonesiens Hauptstadt Jakarta im Nordwesten der Insel. Von hier aus lässt sich das größte buddhistische Bauwerk der Welt entweder auf dem Landweg durch Teeplantagen und die belebte Sultansstadt Yogyakarta oder schneller per Inlandsflug erreichen.

Der um das Jahr 800 auf einem Hügel erbaute Tempel ist eine massive Stufenpyramidenkonstruktion aus zwei Millionen Steinblöcken, dessen aufsteigende Ebenen die Phasen der Erleuchtung symbolisieren. Als hundert Jahre später der Buddhismus aus Java verschwand, wurde Borobudur verlassen und unter Vulkanasche begraben.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckten europäische Archäologen den Tempel wieder. Vor der Zerstörung durch Umwelteinflüsse konnte ihn nur eine umfangreiche Restaurierung der UNESCO retten, die das Monument 1991 zum Weltkulturerbe erklärte. Heute pilgern wieder Besucher um den Tempelberg herum, Reliefs erzählen Tierfabeln, Romanzen und die Lebensgeschichte des historischen Gautama Buddha und 432 Buddhafiguren mit sanftem Lächeln weisen das letzte Stück des Weges nach oben.

Nach einem Vulkanausbruch im Oktober 2010 mussten die oberen drei Ebenen des Borobudur geschlossen werden, um sie erneut von einer dicken Schicht aus Vulkanasche zu befreien. Seit kurzem sind wieder alle Ebenen zugänglich.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Besuch des Tempels bei Sonnenuntergang. Noch in der Dunkelheit erklimmen die Gäste die Ebenen des Tempels nur mit Taschenlampen bewaffnet und dürfen sich anschließend von der aufsteigenden Sonne hinter dem Mount Merapi erleuchten lassen.

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