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Ärger beim Reisen - Wenn der Reisepass abgelaufen ist

Ärger beim Reisen : Wenn der Reisepass abgelaufen und die Vorfreude dahin ist

Innerhalb der Europäischen Union genügt der Personalausweis zum Reisen ins Ausland. Außerhalb der EU ist der Reisepass ein unverzichtbares Dokument. Teilweise ist ein Visum erforderlich, um Landesgrenzen problemlos zu passieren. Touristen, die erst am Flughafen oder an Grenzübergängen feststellen, dass ihr Reisepass abgelaufen ist, haben eine geringe Chance die Reise dennoch fortzusetzen.

Womöglich rettet ein Passersatz vor dem Aus des lang ersehnten Urlaubs.

Im Idealfall bewahrt der gut organisierte Tourist sämtliche Reisedokumente sorgfältig auf. Abhängig von Ziel und Vorhaben zählen dazu Reisepass, Flugtickets, internationaler Führerschein, Impfpass sowie Unterlagen zur Auslandskrankenversicherung mit Übersetzung. Gebündelt in einer Dokumententasche, geht nichts verloren und alles ist schnell griffbereit.

Ein übersichtliches Portemonnaie mit beschrifteten Fächern, wie sie online und im stationären Fachhandel für Reisetaschen erhältlich sind, erleichtert die ordentliche Aufbewahrung. Für den Notfall sollten in jedem Gepäckstück Kopien der Reisedokumente verstaut werden. Ergänzend lohnt es sich alle Unterlagen einzuscannen und in einer Cloud online verfügbar zu machen.

Ersatz- und Expresspass

Leider sieht der Alltag an Flughäfen und Landesgrenzen anders aus. Abgelaufene Pässe sorgen regelmäßig für hektisches Treiben vor Ort. Der Schock bei Betroffenen sitzt tief, besonders wenn eine Urlaubsreise bevorsteht. Von vornherein zum Scheitern verurteilt, ist die geplante Auszeit glücklicherweise nicht. Bleibt vor Abflug ausreichend Zeit, lässt sich bei der Bundespolizei ein Passersatz günstig beantragen. Als Identitätsnachweis wird unter anderem der abgelaufene Reisepass und der Personalausweis akzeptiert.

Die Ersatzpapiere sind jedoch kein vorläufiger Reisepass und gelten ausschließlich für die Reise. Eine Garantie, dass die Einreise ins Zielland reibungslos funktioniert, gibt es nicht. Ausländische Staaten sind nicht verpflichtet Ersatzpässe anzuerkennen. Gleiches gilt für Luftverkehrsgesellschaften. Eine Übersicht auf der Internetpräsenz der Bundespolizei informiert über Staaten, die Passersatzpapiere anerkennen. Auch die elektronische Antragsstellung ist online möglich, um die Ausstellung der Dokumente zu beschleunigen.

Eine Alternative ist der Expresspass. Er kostet zwar deutlich mehr als der klassische Reisepass, wird aber auch innerhalb von 72 Stunden ausgestellt. Wobei Feiertage und Wochenenden von der Bearbeitungszeit auszuschließen sind. Die Antragsbearbeitung erfolgt Montag bis Freitag. Herkömmlich beantragte Pässe und Expresspässe stimmen in Gültigkeit und Funktion vollständig überein. Für die Antragstellung müssen unter anderem Personalausweis und ein biometrisches Foto (aktuell) vorgelegt werden. Welche Unterlagen außerdem gefordert sind, ist mit dem zuständigen Bürgeramt zu klären.

Reicht die Zeit bis zum Reiseantritt auch für einen Expresspass nicht mehr, kann ein vorläufiger Pass die Lösung sein. Er ist weltweit anerkannt, aber maximal ein Jahr gültig. Vorsicht geboten, ist bei Reisen nach Kuba. In der Vergangenheit verweigerten einige Fluggesellschaften Passagieren mit vorläufigem Pass die Beförderung. Das Auswärtige Amt empfiehlt bei der Airline nachzufragen. Im Zweifelsfall das Ablaufdatum der Reisedokumente besser rechtzeitig prüfen und bei Bedarf den regulären Reisepass beantragen.

Gebühren Reisepass

  • Personen jünger als 24 Jahre: 37,50 Euro
  • Personen älter als 24 Jahre: 60,00 Euro
  • Aufschlag Expressverfahren: 32,00 Euro
  • Reisepass vorläufig: 26,00 Euro

Pässe mit 48 statt 32 Seiten bringen jeweils 22 Euro Zuschlag mit sich. (Quelle: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat)

Informatives zum EU-Austritt von Großbritannien

Viele Urlauber stellen sich derzeit die Frage, ob der Brexit Auswirkungen auf Reisen nach Großbritannien hat. Grundsätzlich hängen die Folgen davon ab, ob es zu einer Einigung oder einem harten Brexit kommt. Bei einer Einigung für ein Austrittsabkommen könnten Touristen mindestens zwei weitere Jahre wie gewohnt die Landesgrenze überschreiten. Diese Zeitspanne entspricht der Übergangsfrist, die bei einer Neuregelung der Beziehungen zwischen EU und Großbritannien gilt. Ohne Abkommen könnten die Auswirkungen auf den Tourismus unschön ausfallen und das Reisen erschweren.

Besonders gravierende Folgen werden beim Flugverkehr erwartet, weil Lande- und Startrechte neue Verhandlungen erfordern. Stichtag für den Austritt Großbritanniens aus der EU ist der 29. März 2019.

(vo)