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Düsseldorf: Ab Tempo 130 wird es kritisch: Mit Zusatzlast sicher in den Urlaub

Düsseldorf : Ab Tempo 130 wird es kritisch: Mit Zusatzlast sicher in den Urlaub

Eine Verkehrsmeldung unterbricht das Radioprogramm und warnt vor einem Koffer und einem Fahrrad auf der Autobahn.

Besonders während der traditionellen Ferienmonate mehren sich solche Warndurchsagen und beweisen damit, dass die Bundesbürger zwar gerne mit Sack und Pack verreisen, aber die Ladung, die nicht mehr ins Auto hinein passt, allzu oft nur ungenügend sichern.

Gerissene Spanngurte und Abwürfe von Boards oder Boxen sind häufig fatale Folgen purer Bequemlichkeit oder schlichten Unwissens. „Vielen Verkehrsteilnehmern fehlt es an der Vorstellungskraft, welchen Belastungen das Ladegut durch Fahrtwind, Brems- und Lenkmanöver ausgesetzt ist”, schildert Susanna Heusgen die Beobachtungen ihrer Kollegen von der Autobahnpolizei in Düsseldorf.

Ob Dach- oder Heckträger - moderne Autos benötigen nicht nur ein auf den Einsatzzweck optimiertes System für Räder, Skier oder Dachboxen.

Vielmehr braucht man in aller Regel einen speziell auf den jeweiligen Fahrzeugtyp abgestimmten Grundträger, der nur an den dafür vorgesehenen Befestigungspunkten am Auto sicher montiert werden darf. Nicht zuletzt dienen die typisierten Konstruktionen dazu, Lack- und Blechschäden am Fahrzeug selbst zu vermeiden.

„Auch für die vermeintlich universellen Systeme zur Befestigung an einer Anhängekupplung gelten Einschränkungen.” Darauf weist Hans-Jürgen Götz von der Gesellschaft für Technische Überwachung ausdrücklich hin.

Systeme für die Anhängekupplung müssen ein zusätzliches Kennzeichen tragen. Die zulässige Stützlast der Anhängekupplung darf nicht überschritten werden. Für Kupplungen aus Aluminium sind spezielle Träger notwendig.

Die meisten hochwertigen Trägersysteme sind überdies mit Bremslicht, Blinker und Rücklicht ausgerüstet, die über die Steckdose der Anhängekupplung angeschlossen werden. Diese Extra-Beleuchtung ist im Übrigen sogar Pflicht, wenn die fahrzeugeigenen Vorrichtungen durch den Träger oder dessen Ladung in ihrer Sichtbarkeit beeinträchtigt werden.

Den richtigen Dach- oder Heckträger samt Befestigung fürs eigene Auto zu finden ist trotz aller Vorschriften meist unproblematisch. „Auf den Internetseiten der namhaften Hersteller kann man sich in aller Regel bis zum gewünschten Fahrzeugtyp durchklicken, um das dazu passende System zu ermitteln”, weiß Götz und empfiehlt nachdrücklich: „Verwenden Sie keine Träger und kein Zubehör ohne Kennzeichnung.”

Das GS-Siegel zum Beispiel bestätigt, dass das jeweilige Produkt im Sinne der europäischen Rechtsprechung sicher ist. Moderne Dachboxen sind nach DIN 75302 oder ISO 11154 zugelassen. Sichere Spanngurte, mit denen beispielsweise Surfboards oder Boote auf dem Dachträger verzurrt werden, sind häufig mit GS oder nach DIN 12195/2 gekennzeichnet und tragen einen Aufnäher, der die Zurrkraft des Gurts in daN (= Dekanewton, entspricht der maximalen Zugkraft in Kilogramm) angibt.

„Die Beachtung dieser Normen enthebt den Autofahrer allerdings nicht seiner ganz persönlichen Verpflichtung nach Paragraf 22 StVO, wonach die Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen oder herabfallen kann”, ergänzt Polizeisprecherin Heusgen.

Vielfach im Unklaren sind sich Autofahrer darüber, wie viel Kilogramm sie ihren Autodächern zumuten können und dürfen. Die mögliche Zuladung lässt sich zwar aus den Angaben im Fahrzeugschein als Differenz aus dem Gesamtgewicht und dem Leergewicht errechnen.

Doch der Teufel steckt im Detail. Götz: „Die maximal zulässige Dachlast für Pkw ist nicht in den Fahrzeugpapieren eingetragen.” Sie findet sich vielmehr in der Bedienungsanleitung und beträgt je nach Fahrzeugtyp im Normalfall zwischen 50 und 100 Kilogramm.

Dort steht in der Regel ebenso die zulässige Stützlast für die Anhängekupplung, meist in ähnlicher Größenordnung. Die Stützlast findet sich bei nachgerüsteten Kupplungen zudem in den dazugehörigen Zulassungspapieren.

Selbst wenn in der Bedienungsanleitung der Träger nicht eigens darauf hingewiesen wird, sollte man möglichst nie die Autobahnrichtgeschwindigkeit von Tempo 130 überschreiten, legt Götz Autofahrern schließlich ans Herz und fügt einen Tipp an: „Vergessen Sie nie Ihre Ladung auf dem Dach oder am Heck. Sonst kann das Einfahren in Tiefgaragen und das Rückwärtsparken ausgesprochen teuer werden.”