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Was fällt genau unter das allgemeine Strafrecht?

Delikte und Vergehen : Was fällt genau unter das allgemeine Strafrecht?

Wird man einer Straftat verdächtigt, hat man das gute Recht, sich durch einen Rechtsanwalt seiner Wahl vertreten zu lassen. Für die bestmögliche Begleitung ist das ein Anwalt für Strafrecht. Die Strafverteidigung umfasst eine Vielzahl an Fachgebieten, in denen sie ihre Mandanten beraten und zur Seite stehen.

Zusammengefasst sind sie unter dem allgemeinen Strafrecht und einigen Nebengebieten.

Es gibt drei Deliktgruppen im allgemeinen Strafrecht

Das Strafgesetzbuch (StGB) listet die verschiedenen Straftaten auf, die zu dem allgemeinen Strafrecht gehören. Daneben gibt es noch differenziertere Klassen an Straftaten und Vergehen, die in Spezialgesetzen festgehalten werden, zum Beispiel das Waffenrecht, das Urheberstrafrecht oder das Betäubungsmittelrecht. Alles, was nicht zu diesen zählt, kann dem allgemeinen Strafrecht zugeordnet werden. Grob lassen sich die Straftaten im StGB in drei Gruppen einteilen:

Delikte gegen Leib, Leben, Ehre und Freiheit

Diese Straftaten gehen gegen die Gesundheit, das Leben oder andere Menschenrechte wie Ehre und Freiheit. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Körperverletzung, Mord, Totschlag
  • Hausfriedensbruch, Verletzung des Briefgeheimnisses
  • Brandstiftung, Trunkenheit im Verkehr oder unterlassene Hilfeleistung
  • Nötigung, Freiheitsberaubung
  • Beleidigung, üble Nachrede

Delikte gegen das Vermögen

Diese Straftaten haben negativen Einfluss auf das Vermögen einer Person oder Institution. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Diebstahl, Unterschlagung, Raub,
  • Betrug, Erpressung
  • Urkundenfälschung, Falschbeurkundung
  • Geld- und Wertzeichenfälschung
  • Schwarzfahren

Delikte gegen den Staat

Diese Straftaten gehen gegen Amtsangelegenheiten und die Staatsgewalt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Widerstand gegen die Staatsgewalt
  • falsche Verdächtigung, Strafvereitelung, Aussagedelikte
  • Bestechung und Vorteilsannahme

Jeder hat das Recht auf Verteidigung

Es ist der Job eines guten Strafverteidigers, Ihnen in Ihren schwierigsten Momenten zur Seite zu stehen. Eine falsche Verdächtigung oder das Missachten der Umstände, die zu einer Straftat geführt haben, können langwierige Folgen für jeden Menschen haben. Um das zu verhindern, hilft der Strafverteidiger.

Er hat in seinem Studium und seiner Berufserfahrung die Fachkenntnisse gesammelt, um Sie zu schützen. Dazu gehört eine gute Kenntnis der Rechtslage, aktueller und vergleichbarer Fälle und eine gründliche Untersuchung aller Akten. Wichtig ist aber auch, dass er sich nicht rein auf die Gesetze und Unterlagen verlässt. Jeder Fall hat individuelle Fragen und Umstände, die gestellt und betrachtet werden müssen.

Das Recht, sich durch einen Anwalt seiner Wahl vertreten zu lassen, ist festgelegt in § 137 Abs. 1 der Strafprozessordnung (StPO). Hier wird auch betont, dass das Einstellen eines Anwaltes nicht als Schuldbekenntnis zu sehen ist und keinerlei Nachteile für den Betroffenen haben darf. Wenn Beteiligte des Prozesses Sie in dieser Hinsicht verunsichern wollen, sind diese im Unrecht.

  • Suchen Sie sich in jedem Fall rechtliche Hilfe. Eine Online-Suche wird Ihnen dabei weiterhelfen, kompetente Partner in Aachen und Umgebung zu finden.
  • Da das Strafrecht so umfangreich ist, kann es sich lohnen gezielt nach Fachanwälten in der betroffenen Unter-Kategorie des Strafrechts zu suchen, z. B. dem Urheberstrafrecht.
  • Kontaktieren Sie sofort einen Anwalt, sobald Sie von einer Ermittlung gegen Sie erfahren. Dann wird Ihnen auch vor dem Verfahren schon dabei geholfen wichtige Fristen einzuhalten.
  • Die Anwälte prüfen, ob Sie eine Einlassung zu dem Verfahren abgeben sollten. Dazu wird zuerst die Akteneinsicht verlangt. Ohne Sie weiß man nicht, was genau einem vorgeworfen wird. Danach kann der Anwalt Ihren Fall einschätzen und Ihnen akkurate Aussagen geben.
  • So erhalten Sie auch Hilfe bei Durchsuchungen oder Beschlagnahmungen, deren Rechtmäßigkeit durch die Anwälte geprüft werden kann. In manchen Fällen kann man so ein Verfahren komplett umgehen, wenn die Beweisführung der Gegenseite Schwächen aufweist.
  • Sie leiten das Verfahren vom ersten Moment an strategisch und sorgen dafür, dass der Ruf des Mandanten unangetastet bleibt, z. B. durch das Verhindern von Publizität.

Nach § 140 StPO haben Sie in manchen Fällen das Recht auf einen Strafverteidiger, der ihnen vom Gericht gestellt wird. Diese "Notwendige Verteidigung" besteht zum Beispiel bei Verhandlungen, die im ersten Rechtszug vor einem Land-, Schöffen- oder Oberlandgericht stattfinden oder Verhandlungen, die Sie eines Verbrechens beschuldigen.

Was ist der Unterschied zwischen Vergehen und Verbrechen?

Auch wenn manche den Begriff deckend nutzen, gibt es juristisch einen großen Unterschied zwischen Vergehen und Verbrechen. Er ist festgelegt im § 12 StGB. Wer eines Verbrechens beschuldigt wird, steht vor einer möglichen Freiheitsstrafe von über einem Jahr. Vergehen sind dafür kleinere Straftaten, die vor einem Amtsgericht behandelt werden.

Überblick Vergehen

  • Beleidigung, § 185 StGB
  • Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie, § 184b StGB
  • Besitz und Verbreitung von Jugendpornografie, § 184c StGB
  • Betrug, § 263 StGB
  • Computerbetrug, § 263a StGB
  • Diebstahl, § 242 StGB
  • Fahrlässige Tötung, § 222 StGB
  • Falsche uneidliche Aussage, § 153 StGB
  • Falsche Verdächtigung, § 164 StGB
  • Fahrlässige Körperverletzung, § 229 StGB
  • Gefährliche Körperverletzung, § 224 StGB
  • Hausfriedensbruch, § 123 StGB
  • Körperverletzung, § 223 StGB
  • Misshandlung von Schutzbefohlenen, § 225 StGB
  • Nachstellung, § 238 StGB
  • Sachbeschädigung, § 303 StGB
  • Sexueller Missbrauch von Kindern, § 176 StGB
  • Sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, § 177 StGB
  • Trunkenheit im Verkehr, § 316 StGB
  • Üble Nachrede, § 186 StGB
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB
  • Unterschlagung, § 246 StGB
  • Untreue, § 266 StGB
  • Urkundenfälschung, § 267 StGB
  • Verleumdung, § 187 StGB
  • Seit Covid: Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz, § 75 IfSG
  • Vortäuschen einer Straftat, § 145d StGB

Überblick Verbrechen

  • Brandstiftung, § 306 StGB
  • Körperverletzung mit Todesfolge, § 227 StGB
  • Mord, § 211 StGB
  • Raub, § 249 StGB
  • Schwere Brandstiftung, § 306a StGB
  • Schwere Körperverletzung, § 226 StGB
  • Schwerer Raub, § 250 StGB
  • Raub mit Todesfolge, § 251 StGB
  • Räuberische Erpressung, § 255 StGB
  • Räuberischer Diebstahl, § 252 StGB
  • Totschlag, § 212 StGB

Ein Rechtsanwalt ist unabdinglich, wenn man eines Vergehens oder Verbrechens beschuldigt wird. Wer von einer Ermittlung erfährt, sollte umgehen einen Fachanwalt für Strafrecht einstellen. Dieser kann nach Akteneinsicht Aussagen über die Situation geben und das bestmögliche tun, um Sie bereits vor einer Verhandlung zu schützen.

Besonders, wenn Sie ein Verbrechen begangen haben oder verdächtigt werden, entscheidet ein Verfahren über lange Freiheitsstrafen und Bußgelder, die man mithilfe von Anwälten reduzieren oder umgehen kann. Das Anstellen eines Anwalts darf nicht als Schuldbekundung wahrgenommen werden. Zögern Sie deshalb nicht, zu handeln. So steht Ihnen schon vor einem Verfahren eine kompetente Hilfe zur Seite, die strategisch gegen die Schäden vorgeht, die Ihnen bevorstehen könnten.

(vo)