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Hamm: Tierarzt haftet bei Pferdekauf - Ausschluss unwirksam

Hamm : Tierarzt haftet bei Pferdekauf - Ausschluss unwirksam

Ein Tierarzt kann sich bei einem Gutachten für einen Pferdeverkauf nicht einfach per Ausschlussklausel von der Haftung befreien. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem am Freitag veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: 21 U 143/12 vom 5. September). Der Verkäufer eines Reitpferdes hatte den Arzt mit einem Gutachten beauftragt.

Die Haftung war dabei vertraglich ausgeschlossen worden. Fehler gingen damit einseitig zulasten des Käufers. Dies sah das Gericht als unzulässig an, denn damit werde der Zweck des Gutachtens, einen Schutz für den Käufer zu entfalten, aufgehoben.

Später kam heraus, dass das für 2700 Euro verkaufte Pferd noch ein Milchgebiss hatte und erst zweieinhalb statt der angegebenen vier Jahre alt war. Als Reitpferd war es damit noch gar nicht einsetzbar. Die Pferdekäuferin hatte deswegen 4500 Euro Schadenersatz für eineinhalb Jahre Verpflegung, Unterbringung und Behandlung des Pferdes verlangt und zugesprochen bekommen.

Der 21. Zivilsenat des Oberlandesgerichts stellte sich damit gegen den 12. Zivilsenat des gleichen Gerichts, der erst im Mai einen ähnlichen Fall umgekehrt entschieden hatte und die Käuferin eines Rosses mit Arthrose leer ausgehen ließ. Damals hatte der Senat es als rechtlich zulässig befunden, dass die Käuferin aus dem Schutz des Gutachtens ausgeklammert worden war.

(dpa)