Gießen: Privat Versicherter muss sich Sanatoriumsbehandlung zusagen lassen

Gießen: Privat Versicherter muss sich Sanatoriumsbehandlung zusagen lassen

Eine private Krankenversicherung muss die Kosten für den Aufenthalt eines Patienten in einer Privatklinik nicht tragen, wenn sie die Kostenübernahme nicht ausdrücklich zugesagt hat.

Das entschied das Amtsgericht Gießen (Aktenzeichen: 49 C 144/12). In dem Fall hatte eine Versicherte sich zur Behandlung eines Erschöpfungssyndroms in eine Privatklinik begeben. Der Versicherer weigerte sich jedoch, die Kosten für den stationären Aufenthalt zu übernehmen, weil es sich um ein Sanatorium handelte. Für solche Aufenthalte waren Leistungen laut den Versicherungsbedingungen nur in Ausnahmefällen und auch nur mit ausdrücklicher Zusage des Versicherers vorgesehen.

Die Frau ließ sich trotzdem dort behandeln und wollte die Kostenübernahme einklagen - ohne Erfolg. Das Gericht vermochte nicht zu erkennen, dass der Versicherer willkürlich gehandelt habe, als er die Leistung nicht zusagen wollte.

Das aber hatte die Versicherte behauptet und darauf hingewiesen, dass es in ihrem Fall keine andere Therapie gegeben habe. Das Gericht stellte sich aber auf den Standpunkt, dass es dem Versicherer nach den Bedingungen offenstand, die Leistungen zuzusagen oder nicht. Dass die Frau nur durch den Aufenthalt in der Privatklinik geheilt werden konnte, blieb vor Gericht zudem unbewiesen.