Karlsruhe: Mieter müssen Anwaltskosten für Mahnungen nicht tragen

Karlsruhe: Mieter müssen Anwaltskosten für Mahnungen nicht tragen

Mieter, die von einem großen gewerblichen Vermieter über dessen Anwalt zur Nachzahlung bei Mietrückständen aufgefordert wurden, müssen die Anwaltskosten nicht tragen.

Von gewerblichen Großvermietern sei zu erwarten, Mahnungen bei Mietrückstand sowie Kündigungen infolge Verzugs mit den Mietzahlungen in Routinefällen von ihrem kaufmännisch geschulten Personal erledigen zu lassen, ohne einen Rechtsanwalt einzuschalten, befand der Bundesgerichtshof.

Das gelte auch für ausländische Gesellschaften, die in Deutschland über einen größeren Wohnungsbestand verfügen. Von ihnen könne verlangt werden, Standardfälle ohne anwaltliche Hilfe zu regeln. Allein der Umstand, dass der Forderungseinzug über einen Rechtsanwalt möglicherweise die Zahlungsmoral des Mieters verbessern könnte, führe nicht dazu, die Einschaltung eines Rechtsanwalts als erforderlich anzusehen. (Aktenzeichen: Bundesgerichtshof VIII ZR 277/11)

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