Bonn: Kleinkind wirft Schmuck ins Klo: Klage abgewiesen

Bonn: Kleinkind wirft Schmuck ins Klo: Klage abgewiesen

Für teuren Schmuck, den ein dreijähriges Kind beim Spielen im Klo versenkt hatte, gibt es keinen Schadenersatz: Das Bonner Amtsgericht hat die Klage der Schmuckbesitzerin am Freitag abgewiesen.

Diese hatte von der Mutter des Kindes - ihrer Schwester - 4000 Euro gefordert. Nach Ansicht der Richter hat die Mutter ihre Aufsichtpflicht jedoch nicht verletzt. (AZ: 104 C 444/10)

Vor einem Jahr hatte die eine Schwester die andere besucht. Während die beiden Frauen sich im Wohnzimmer unterhielten, spielten die beiden Söhne - drei und zwei Jahre alt - miteinander. Dabei warf der Ältere Ketten, Ringe und Ohrringe seiner Tante in die Toilette und spülte. Die Kostbarkeiten konnten nicht mehr gerettet werden.

Laut Urteil muss ein dreijähriges Kleinkind, das in vertrauter Umgebung und in einer abgeschlossenen Wohnung spielt, nicht auf Schritt und Tritt beaufsichtigt werden. Außerdem habe die Klägerin das Missgeschick erheblich mitverschuldet: Sie hätte ihre Ketten, Ringe und Ohrringe vor den spielenden Kindern sichern müssen - und nicht lose auf einer Kommode im Schlafzimmer liegen lassen sollen, so das Gericht.