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Celle: Kindesunterhalt: Mögliches Einkommen darf geschätzt werden

Celle : Kindesunterhalt: Mögliches Einkommen darf geschätzt werden

Manche Eltern sind zwar unterhaltspflichtig - verdienen aber kein Geld. In bestimmten Fällen darf das mögliche erreichbare Einkommen dann geschätzt werden.

Das hat das Oberlandesgericht Celle entschieden (AZ: 10 UF 180/14), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) mitteilt. Im verhandelten Fall bezog ein getrennt lebender Vater Hartz-IV-Leistungen - er wollte keinen Unterhalt bezahlen, da er nicht berufstätig sei. Seine minderjährige Tochter verlangte aber Geld von ihrem Vater.

Da der Mann nicht nachwies, dass er Arbeit suchte, und warum er keinen Erfolg dabei hatte, legte das Gericht ein theoretisch erzielbares Einkommen zugrunde. Er habe zwar keine Berufsausbildung, sei aber gesund und arbeitsfähig - und könne daher beispielsweise als Bauhelfer arbeiten, hieß es.

Nach Meinung des Gerichts könnte der Vater so ein Einkommen von etwa 1280 Euro erzielen. Ein Familiengericht sollte die genaue Höhe des Unterhalts aber noch berechnen. Allgemein gelte aber: Der Vater müsse in jeder ihm möglichen Art und Weise zum Unterhalt seines Kindes beitragen.

(dpa)