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Münster/Berlin: Kind eines Straftäters darf Namen seiner Mutter annehmen

Münster/Berlin : Kind eines Straftäters darf Namen seiner Mutter annehmen

Wenn das Kind eines Straftäters dessen Nachnamen trägt, darf es ihn ablegen und stattdessen den Namen seiner Mutter annehmen. Durch die Namensänderung könne sich das Kind von der kriminellen Vergangenheit des Vaters distanzieren.

Das hat das Verwaltungsgericht Münster entschieden (Az: 1 K 190/14). Anderenfalls seien Nachteile in der schulischen und beruflichen Entwicklung nicht auszuschließen, heißt es im Urteil, auf das die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hinweist.

Im konkreten Fall hatte ein 2008 geborener Junge beantragt, den Familiennamen seiner Mutter annehmen zu dürfen. Der Vater war seit mehreren Jahren wegen unterschiedlicher Straftaten in Haft. Er klagte gegen den Namenswechsel seines Sohnes - doch das Gericht stimmte Kind und Mutter zu.

Die Mutter sei Hauptbezugsperson, und ihren Nachnamen zu tragen, vermittele dem Jungen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Sicherheit, befand das Gericht. Die Namensänderung bringe dem Sohn große Vorteile.

(dpa)