Interessante Fakten zum Urheberrecht im Musikgeschäft

Berlin: Interessante Fakten zum Urheberrecht im Musikgeschäft

Im Bereich der Musik gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten, wenn es um das Urheberrecht geht. Die Melodien der Musikproduzenten können jede Menge Geld wert sein. Je besser der Song oder das Musikstück ist, umso höher steigt der Wert.

Die Musik wird in Radiosendern in TV Kanälen und weiteren Medien abgespielt. Auch MP3s und CDs werden mit den Musiktiteln verkauft. Gäbe es kein Urheberrecht für Musik, so könnten die Urheber der Melodie und Texte finanziell nicht profitieren. Außerdem hätten sie nicht das Recht zu bestimmen, was mit dem Werk alles geschehen kann, wer es verwenden und abändern darf.

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Generell gilt: Wird ein Musikstück oder eine Komposition ohne die Zustimmung des Urhebers verwertet, so liegt eine Urheberrechtverletzung vor. Unter Umständen kann sogar eine Urheberrechtverletzung bei Coversongs vorliegen.

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Was ist das Urheberrecht überhaupt?

Jeder Urheber eines Werkes, egal welcher Form, hat das Recht auf den Schutz seines geistigen Eigentums. Bei dem Urheberrecht handelt es sich um das subjektive und absolute Recht auf den Schutz der eignen Werke. Hinzu kommt noch das objektive Recht, welches die Rechtsnormen des Rechtssystems umfasst. In dem objektiven Recht werden der Umfang, der Inhalt, Übertragungsmöglichkeiten und Verletzungsfolgen des subjektiven Rechts bestimmt. Neben dem Urheberrecht ist für Designer und andere künstlerisch Schaffende auch der Geschmacksmusterschutz relevant.

Ein eigens kreiertes Logo kann auf diese Weise eingetragen und geschützt werden. Im Gegensatz zum Schutz einer Melodie oder einem Songtext ist es hier die formale Gestaltung die vor unerlaubter Nachahmung gesichert wird. Zentraler Punkt beim Urheberrecht ist dabei die Neuheit und Einzigartigkeit der zu schützenden Sache.

Durch die verschiedenen Schutzrechte können sich Kreative sicher sein, dass die Rechte des eigenen Werkes bei ihnen bleibt. Kommt es zu einer Verwendung ohne Zustimmung, so kann es zu empfindlichen Strafen kommen.

Wann ist die Musik urheberrechtlich geschützt?

Das Urhebergesetz wird kurz auch als UrhG bezeichnet. Welche Werke unter den Schutz des Gesetzes fallen, ist eindeutig festgelegt (§2 UrhG). Ein musikalisches Werk ist laut dem Paragrafen ein Werk, bei dem es sich um eine persönliche und geistige Schöpfung des Urhebers handelt. Musik kann aus folgenden Bestandteilen bestehen:

- Menschlicher Gesang

- Geräusche aus der Natur

- Instrumente

- Tierische Laute

Es ist auch weniger relevant, ob es sich bei dem Musikstück um ein melodisches oder unmelodisches Werk handelt. Damit ein Musikstück unter das Urheberrecht fällt, ist keine besondere Schriftform nötig. Es müssen also keine Notenblätter vorhanden sein. Es muss übrigens nicht das komplette Werk geschützt werden. Die Möglichkeit, einzelne Passagen zu schützen, gibt es ebenfalls. In einem solchen Fall muss zwischen folgenden Situationen unterschieden werden:

- Kreative Leistung erkennbar

- Banale Tonabfolge

Es ist ein Wiedererkennungswert notwendig, um einzelne Passagen zu schützen. Das Schützen eines Musikstücks ist auch ohne Aufzeichnung auf einen Tonträger möglich. Schon alleine die musikalische Aufführung ist ausreichend, um das musikalische Werk urheberrechtlich zu schützen.

Wie schüttet die GEMA Geld an Musikurheber aus?

Es gibt einen Verteilungsplan der GEMA, in dem festgehalten wird, wie die Berechtigten oder Urheber zu verfügen sind. Im Prinzip werden die erzielten Erträge, die durch die Nutzungsrechte entstehen, mit den Verwaltungsaufwendungen verrechnet. Die Ausschüttung an die Berechtigten gestaltet sich recht kompliziert und unterliegt verschiedener Faktoren. Die Nutzungshäufigkeit der Musikstücke ist relevant. Die Musiknutzer müssen folgende Faktoren bei der GEMA melden:

1. aufgeführte Musikwerke

2. gesendete Musikstücke

3. vervielfältigte Werke

Nach der Übermittlung der Zahlen ermitteln die Abrechnungsabteilungen die sogenannte Nutzungshäufigkeit der einzelnen Werke. Die ermittelten Werte sind die Basis für die Ausschüttung der Tantiemen. Die Berechtigten erhalten eine Übersicht über die Aufführungen, Sendungen und Vervielfältigungen, sodass sie die Ausschüttung nachvollziehen können.

Was gibt es bei Cover-Songs hinsichtlich des Urheberrechts zu beachten?

Aber wie ist das mit dem Urheberrecht eigentlich bei den Cover-Songs vieler beliebter Hits? Im Radio, im Internet und im TV sind immer wieder Remix- und Cover-Versionen zu hören. Diesbezüglich müssen die Cover-Sänger einige Dinge beachten. Wichtig ist:

- Rechte über GEMA erwerben

- Lizenzgebühren bezahlen

Bei einem Cover-Song werden weder die Texte noch die Kompositionen bearbeitet. Wer einen Song nachsingt, der passt lediglich die Stimmlage an. Möglicherweise kommen auch andere Instrumente zum Einsatz. Cover-Sänger, welche die Rechte nicht erwerben und auch keine Lizenzgebühren bezahlen, begeben sich auf dünnes Eis.

Im Prinzip müsste sogar für das Abspielen einer Cover-Version über Youtube eine Lizenz erworben werden. Normalerweise werden die Versionen jedoch eher als kostenlose Werbeaktionen von den Plattenfirmen angesehen. Es kommt somit normalerweise zu keinerlei Verfolgungen wegen der Verletzung des Urheberrechtes.

Aufpassen: Wird der Originaltitel durch den Cover-Song komplett entstellt, so sind entsprechende Maßnahmen auf zivilrechtlicher und strafrechtlicher Basis möglich.

Wie schon erwähnt, ist mit keinen juristischen Maßnahmen zu rechnen, sofern es sich nur um die Anpassung der Stimmlage und die Verwendung anderer Instrumente handelt. Werden jedoch große Abänderungen an dem Text und an der Melodie vorgenommen, so liegt eine Bearbeitung eines geistigen Werkes vor. Für eine solche Bearbeitung ist es nötig, sich eine Zustimmung des eigentlichen Urhebers des Musikstückes einzuholen.

Der Urheber kann jedoch auch die Veränderung des Songs verweigern. Stimmt der Urheber des Musikstücks zu, so kommt es zu einem Lizenzvertrag. In einem solchen Vertrag werden die vereinbarten Regelungen schriftlich festgehalten.

Remixe werden oft von den Plattenfirmen und Urhebern selber in Auftrag gegeben, sodass in einem solchen Fall die Zustimmung direkt vorliegt. Falls jedoch eine Person ohne Erlaubnis eine Originalversion in abgeänderter Version produziert, so muss zunächst eine Lizenz vom Urheber erworben werden. Sinnvoll ist die Frequentierung eines Anwalts, um auf Nummer sicher hinsichtlich des Urheberrechts zu gehen.

Musikklau - welche Folgen sind möglich?

Das Klauen der Melodien und Texte stellt kein Kavaliersdelikt dar. Werden Urheberrechte an Musikstücken verletzt, hat der Urheber sowohl zivilrechtliche als auch strafrechtliche Möglichkeiten zur Verfügung. Häufig wird zunächst mit einer zivilrechtlichen Maßnahme, der Abmahnung vorgegangen. Die Abmahnung soll einen Prozess verhindern. Durch eine Abmahnung geschieht Folgendes:

- Mitteilung über Fehlverhalten

- Urheber fordert Unterlassung von dem Beschuldigten

- Entfernung bereits veröffentlichter Werke im Internet

- Anspruch auf Schadenersatz kann erhoben werden

Die Abmahnung muss nicht zwingend über einen Anwalt abgeschickt werden. Auch eine eigenständige Versendung eines Abmahnschreibens ist möglich. Eine anwaltliche Abmahnung wird jedoch meistens bevorzugt versendet. Kommt es zu keiner Einigung nach der Abmahnung, so kommt es im Endeffekt zu einem Gerichtstermin, in dem der Sachverhalt geprüft und eine Entscheidung zu dem entsprechenden Fall getroffen wird.

Wie ist das Beweisverfahren der Urheberschaft?

Es ist gar nicht immer einfach, die Urheberschaft nachzuweisen. Prinzipiell muss der Urheber bei einem juristischen Streit nachweisen, wann der entsprechende Song produziert wurde. Sicherlich wird nicht immer daran gedacht, es ist aber wichtig, Beweise zu sichern. Nur kann die Urheberschaft nachgewiesen werden. Als Beweise dienen beispielsweise Zeugenaussagen, Verwahrung des Erstellungsdatums beim Anwalt oder einen Brief mit Komposition in einem versiegelten Umschlag.

Wurde ein Musikstück während einer privaten Musikvorführung aufgeführt wurde, so ist eine Zeugenaussage möglich. Wie auch bei anderen Gerichtsverfahren ist es hilfreich, wenn es sich nicht gerade um einen nahen Verwandten bei dem Zeugen handelt. Ein Zeuge muss vor Gericht das genaue Datum zweifelsfrei nennen können.

Eine gute Variante ist es, das eigene Werk in einem Briefumschlag an die eigene Adresse zu senden. Sofern der Umschlag noch verschlossen ist, kann somit die Entstehung des musikalischen Werkes nachvollzogen werden. Allerdings werden die Poststempel nicht immer als Beweis angesehen.

Professionelle Musiker sollten jedoch lieber auf die sicherste Variante, den Notar oder Rechtsanwalt, bauen. Diese Person nimmt die Kompositionen entgegen, notiert das Datum der Entgegennahme und verwahrt das Werk sicher in seinen Räumlichkeiten gegen eine Entlohnung auf. In einem solchen Fall gibt es nichts an der Glaubwürdigkeit der Entstehung des Werkes zu rütteln.

(vo)