Celle: Im Streit um Vorschäden kann sich ein Gang vor Gericht lohnen

Celle: Im Streit um Vorschäden kann sich ein Gang vor Gericht lohnen

Unfallversicherer weigern sich oft, die Leistung auszuzahlen, wenn die beim Unfall aufgetretene Verletzung bereits durch körperlichen Verschleiß angelegt war.

Aber nicht immer klappt das, wie eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle (AZ: 8 U 10/09) zeigt. Bei einem über 70-Jährigen wollte die Unfallversicherung nicht zahlen, nachdem der Mann bei einem Sturz eine sogenannte Rotatorenmanschettenruptur erlitten hatte. Die Versicherung berief sich auf den Verschleiß und sah darin eine Vorerkrankung, die einer Leistungspflicht entgegenstehen sollte.

Die Richter aber entschieden anders. Diese Verletzung kann ausnahmsweise auch durch einen Sturz auf die Schulter mitverursacht und damit versichert sein, wenn bereits eine degenerativ verlaufende Verschleißerscheinung vorlag.

In dem verhandelten Fall ergab eine gutachterliche Befragung, dass der Unfall ursächlich für die Ruptur war. Der alterstypische Verschleißzustand sei zudem auch kein Grund, die Leistung zu kürzen, befanden die Richter und sprachen dem Mann die Versicherungssumme zu.