1. Leben
  2. Recht

Schleswig: Für Verdienstausfall müssen Bewerbungen nachgewiesen werden

Schleswig : Für Verdienstausfall müssen Bewerbungen nachgewiesen werden

Wer nach einem Unfall seine Arbeit nicht mehr ausüben kann, hat Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalles. Allerdings gilt dieser Anspruch nicht grenzenlos.

Betroffene sind verpflichtet, ihre Arbeitskraft bestmöglich einzusetzen. Das heißt, unter Umständen müssen Bewerbungen nachgewiesen werden, entschied das Oberlandesgericht Schleswig (Az.: 7 U 83/13), wie die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt. Ein Verstoß gegen diese Verpflichtung kann dazu führen, dass er den Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalles verliert.

In dem verhandelten Fall ein Mann bei einem Unfall schwere Verletzungen am linken Bein erlitten. Er konnte daher nicht weiter seinen Beruf als Elektroinstallateur ausüben und schulte erfolgreich zum Bürokaufmann um. Dennoch hatte er keine Arbeit. Vier Jahre später wurde die Zahlung auf Ersatz des Verdienstes eingestellt. Gegen diese Entscheidung zog er vor Gericht.

Ohne Erfolg: Der Mann habe nicht nachweisen können, dass er sich ernsthaft um eine Tätigkeit als Bürokaufmann bemühe. Er sei aber verpflichtet, seine verbliebene Arbeitskraft zu nutzen, begründete das Gericht seine Entscheidung. Da er aber keine Bewerbungen nachweisen konnte, stellte das Gericht einen Verstoß gegen seine sogenannte Erwerbsobliegenheit fest, also gegen die Verpflichtung, möglichst durch die eigene Arbeitskraft Einkommen zu erzielen.

(dpa)