Erfurt: Frühere Anstellung schließt Befristung nicht immer aus

Erfurt: Frühere Anstellung schließt Befristung nicht immer aus

Eine sachgrundlose Befristung ist nicht immer ausgeschlossen, wenn Arbeitnehmer schon einmal beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt waren.

Das gilt nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts dann, wenn die frühere Beschäftigung mehr als drei Jahre zurückliegt (Entscheidung vom 6. April 2011, AZ: 7 AZR 716/09).

Zwar sei laut Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) eine Befristung ohne Sachgrund (wie beispielsweise eine Elternzeitvertretung) für bis zu zwei Jahre nur dann möglich, wenn zuvor noch kein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden habe. Zweck der Vorschrift sei jedoch, „missbräuchliche Befristungsketten” zu verhindern. Bei einem zeitlichen Abstand von mehr als drei und im konkreten Fall sogar mehr als sechs Jahren zwischen früherem Arbeitsverhältnis und der neuen, befristeten Anstellung liege daher keine „Zuvor-Beschäftigung” im Sinne des Gesetzes vor, befanden die Richter.