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München: Das Testament nicht in Videobotschaften erklären

München : Das Testament nicht in Videobotschaften erklären

Wenn Erblasser ihren Angehörigen neben dem Testament eine Videobotschaft hinterlassen, kann das zu Problemen führen. Selbst wenn sie darin ihre Beweggründe für ihre testamentarischen Entscheidungen erklären wollen, sollten sie bedenken: Die Botschaft kann juristisch zu einem heillosen Durcheinander führen.

Darauf macht das Deutsche Forum für Erbrecht in München aufmerksam. Denn ein Testament kann angefochten werden, wenn beim Erblasser ein sogenannter Motiv-Irrtum vorliegt — er also die Verfügung unter falschen Annahmen oder Erwartungen verfasst hat.

Ein Beispiel: Eine Tochter erbt ein Ferienhaus in Südtirol. Denn der Vater ging davon aus, dass sie dort in Zukunft mit ihrer Familie hinfahren wird, wie er in seinem Viedo erläuterte. Verkauft die Tochter das Haus stattdessen, könnte beispielsweise ihr Bruder das Vermächtnis nun anfechten.

Eine Videobotschaft kann ein klar formuliertes Testament also nicht ersetzen — die Aussagen im Video sind rechtlich unverbindlich. Im schlimmsten Fall können sie das Schriftstück sogar anfechtbar machen.

(dpa)