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Berlin: Das deutsche Abtreibungsrecht

Berlin : Das deutsche Abtreibungsrecht

Bis 1974 war Abtreibung in Deutschland nach Paragraf 218 des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar, seitdem sind Schwangerschaftsabbrüche unter bestimmten Bedingungen straffrei. Paragraf 218a zufolge darf eine Frau innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen abtreiben lassen, wenn sie mindestens drei Tage vor dem Abbruch an einem Beratungsgespräch teilgenommen hat. Ziel der Beratung soll sein, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind aufzuzeigen.

Aber auch nach der zwölften Schwangerschaftswoche bleibt eine Abtreibung straffrei, um eine Gefahr für das Leben der Schwangeren abzuwenden oder wenn durch die Geburt eine schwerwiegende körperliche oder seelische Beeinträchtigung der Mutter zu erwarten ist. Diese medizinisch-soziale Indikation wird von Ärzten meist dann angewandt, wenn zuvor die Geburt eines schwerbehinderten oder auf Dauer nicht lebensfähigen Kindes diagnostiziert worden ist.

Eine Abtreibung allein wegen einer möglichen oder sicheren Behinderung des Kindes (embryopathische Indikation) ist seit einer 1995 nach langem parlamentarischen Ringen erfolgten Neuregelung des Paragrafen 218 verboten.

(dpa)