Hamm: Brautgeld muss nach Trennung nicht zurückgezahlt werden

Hamm: Brautgeld muss nach Trennung nicht zurückgezahlt werden

Ein vor der Eheschließung zwischen den Familien eines Paares gezahltes Brautgeld muss nach einer Trennung der Eheleute nicht zurückgezahlt werden.

Das Oberlandesgericht Hamm wies eine Klage der Familie eines Bräutigams zurück, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Die Prozessbeteiligten gehören allesamt der Religionsgemeinschaft der Yeziden an. Vor der Hochzeit hatten der Bruder und die Schwägerin des Bräutigams 8000 Euro an den Brautvater gezahlt. Nach weniger als einem Jahr hatte die damals 19-Jährige Braut ihren Ehemann verlassen, weil dieser sie vergewaltigt hatte.

Die Kläger beriefen sich den Angaben zufolge auf eine Vereinbarung, die im yezidischen Glauben üblich sei, wonach das Geld als Voraussetzung für die Ehe gezahlt und bei einer Trennung nach weniger als einem Jahr zurückgezahlt werde. Das Oberlandesgericht entschied allerdings, dass das Brautgeld nach deutschem Recht nicht wieder zurückgezahlt werden muss.

Da die Abrede die Freiheit der Eheschließung und die Menschenwürde verletze, sei eine solche vertragliche Vereinbarung sittenwidrig, urteilten die Richter. Auch eine Rückzahlung wegen ungerechtfertigter Bereicherung sei ausgeschlossen.

Das Urteil wurde bereits am 13. Januar gesprochen. Eine Revision ist nach Angaben des Gerichts nicht möglich.