Nürnberg: Bei Diebstahl Fahrrad als Ganzes versichert

Nürnberg: Bei Diebstahl Fahrrad als Ganzes versichert

Wer nach einem Diebstahl von Teilen seines Fahrrads auf Ersatz durch die Fahrrad-Versicherung hofft, geht wohl möglich leer aus.

In der Regel umfasst der Versicherungsschutz zwar alle üblichen Teile eines Fahrrads, aber nur, wenn sie nicht einzeln entwendet werden, sondern zusammen mit dem ganzen Rad. Auf eine entsprechende Entscheidung des Amtsgerichts München weist die Deutsche Anwaltshotline in Nürnberg hin.

In dem Fall hatte der Fahrradeigentümer eine Diebstahlversicherung in Höhe von 3.000 Euro abgeschlossen. Die Police umfasste laut Versicherungsbedingungen Fahrrad und Fahrradanhänger, die gesamte werksmäßige Ausrüstung, fest montiertes Zubehör und sogar Sicherheitsschlösser. Allerdings nur - so ein Halbsatz am Ende der Aufzählung - „sofern sie mit dem Fahrrad abhandenkommen”.

Nachdem dem Mann der hintere Stoßdämpfer im Wert von 525 Euro gestohlen worden war, weigerte sich die Versicherung, den Schaden zu bezahlen. Schließlich sei ja nur ein Teil und nicht das ganze Fahrrad entwendet worden. Dieser Argumentation schloss sich die Münchener Amtsrichterin an. Der Diebstahl eines einzelnen Stoßdämpfers sei nun mal kein wirklicher Fahrrad-Diebstahl.

„Der Teileklau ist im Vergleich zum ganzen Rad bedeutend einfacher zu bewerkstelligen und deshalb gerade nicht versichert, zumal ein einzelner Stoßdämpfer kaum mehr aufzufinden sein wird, ein gestohlenes Gesamtgefährt dagegen schon”, erläutert Rechtsanwältin Daniela Sämann die juristische Sichtweise. Die Beschränkung in den Versicherungsbedingungen sei also nicht als überraschende Klausel anzusehen und beeinträchtige den Fahrradbesitzer auch nicht unangemessen.

(Aktenzeichen: Amtsgericht München 212 C 14241/11)

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