Frankfurt/Main/Berlin: Architekt muss Grundwasserstand über Jahrzehnte erkunden

Frankfurt/Main/Berlin: Architekt muss Grundwasserstand über Jahrzehnte erkunden

Ein Architekt muss bei der Bauplanung für Eigenheime den Grundwasserstand über einen besonders langen Zeitraum erkunden. Denn spätere Wassereinbrüche können Schäden am Haus verursachen und eine Gefahr für seine Bewohner sein.

Darauf weisen die Landesbausparkassen in Berlin hin und berufen sich auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt (Az.: 22 U 135/07). Die Richter trugen der Berufsgruppe des Architekten mit dem Urteil eine große Sorgfaltspflicht auf: Bei der Bauplanung müsse der örtliche Grundwasserstand über mindestens 20 bis 30 Jahre beobachtet werden.

In dem Fall ging es um die Unterkellerung einer Reihenhausanlage. Die Eigentümer von zwei benachbarten Eingängen hatten schon einige Jahre nach Errichtung der Häuser erhebliche Wassereinbrüche im Keller. Sie machten geltend, die Abdichtung habe nicht ausgereicht. Sie forderten von den Architekten 72.000 Euro im einen Fall, 64.000 Euro im anderen, schildern die Landesbausparkassen.

Die Richter entschieden zugunsten der Eigentümer und stellten fest, dass sich die Bauplanung „nach dem höchsten bekannten Grundwasserstand aufgrund langjähriger Beobachtung zuzüglich eines Sicherheitszuschlags von 30 Zentimetern” zu richten habe. In der Regel sei dafür ein Zeitraum von 20 bis 30 Jahren zu veranschlagen.