Arbeitsvertrag gilt auch ohne Übersetzung

Arbeitsvertrag gilt auch ohne Übersetzung

Mainz. Arbeitnehmer sind auch dann an einen unterschriebenen Arbeitsvertrag gebunden, wenn sie den Inhalt wegen mangelhafter Deutschkenntnisse nicht verstehen.

Der Arbeitgeber ist zudem nicht dazu verpflichtet, einen Arbeitsvertrag in der Muttersprache des Beschäftigten vorzulegen. Auf ein entsprechendes Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen: 11 Sa 569/11) weist der juristische Informationsdienst Wolters Kluwer hin.

Die Richter wiesen damit die Klage eines portugiesischen Lkw-Fahrers auf Zahlung von ausstehendem Lohn sowie Reisekosten ab. Sein Arbeitgeber hatte die Auszahlung der Forderung mit der Begründung abgelehnt, dass die im Arbeitsvertrag festgelegte Ausschlussfrist verstrichen sei. Der Kläger hielt dies für rechtswidrig, da er den Vertrag nicht habe lesen können und von der Klausel daher nichts gewusst habe. Zudem sei der Arbeitgeber darüber informiert gewesen, dass er kein Deutsch verstehe.

Demgegenüber stellten die Richter fest, dass sich ein ausländischer Arbeitnehmer selbst um eine Übersetzung seines Arbeitsvertrags kümmern müsse. Auch wenn der Arbeitgeber wisse, dass der Arbeitnehmer kein Deutsch könne, lasse sich daraus keine Pflicht zur Übersetzung des Vertragstextes in die Muttersprache ableiten.