Hamm: Anhaltender Konflikt mit Vorgesetztem ist noch kein Mobbing

Hamm: Anhaltender Konflikt mit Vorgesetztem ist noch kein Mobbing

Wiederholte Auseinandersetzungen mit einem Vorgesetzten sind noch kein Mobbing. Entscheidend für Mobbing sei, dass durch gezielte Beleidigungen, Einschüchterungen oder Erniedrigungen ein insgesamt feindliches Umfeld geschaffen werde.

Auch länger andauernde Konflikte erfüllten diese Voraussetzung nicht grundsätzlich, wie das Landesarbeitsgericht Hamm entschied (Aktenzeichen: 11 Sa 722/10).

Die Richter wiesen damit die Klage eines Oberarztes gegen dessen früheren Chefarzt zurück. Der Kläger hatte sich nach eigener Aussage wegen Mobbings in psychiatrische Behandlung begeben müssen und verlangte Schadenersatz für die während der Arbeitsunfähigkeit erlittenen Einkommenseinbußen.

Nach Befragung verschiedener Zeugen kamen die Richter am Landesarbeitsgericht jedoch zu dem Schluss, dass der Chefarzt „die Grenzen eines sozial- und rechtsadäquaten Verhaltens in üblichen Konfliktsituationen” nicht überschritten habe. Insbesondere habe sich die „mobbingtypische Schaffung eines feindlichen Umfelds” nicht feststellen lassen. Revision zum Bundesarbeitsgericht ließen die Richter nicht zu.

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