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München: Alleinerbe muss notariellem Nachlassverzeichnis meist zustimmen

München : Alleinerbe muss notariellem Nachlassverzeichnis meist zustimmen

Ein Pflichtteilsberechtigter hat in der Regel einen Anspruch darauf, ein notarielles Nachlassverzeichnis zu erhalten. Ausnahme: Der Nachlass ist so dürftig, dass dieser die Kosten für den Notar nicht decken würde.

Erklärt sich der Pflichtteilsberechtigte dazu bereit, die Kosten für den Notar im Voraus zu übernehmen, kann sich der Alleinerbe nicht auf die sogenannte Dürftigkeitseinrede berufen - er kann sich also nicht weigern, dass der Notar ein entsprechendes Verzeichnis erstellt. Das entschied das Oberlandesgericht München (Az.: 23 U 3956/16), wie die „NJW-Spezial” (Heft 15, 2017) berichtet.

Im Vergleich zu einem privat verfassten Nachlassverzeichnis hat das Dokument des Notars eine höhere Garantie, richtig und vollständig zu sein. Denn der Notar hat eigene Ermittlungspflichten. Zudem müssen in dem Dokument Schenkungen aufgeführt werden. Daran erkennt der Pflichtteilsberechtigte, ob der Erblasser noch zu Lebzeiten Vermögen verschoben hat - was sich auf seine Ansprüche auswirken kann.

(dpa)