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Wie die E-Mobilität bei Fahrrädern stetig zunimmt

Mega-Trend : Wie die E-Mobilität bei Fahrrädern stetig zunimmt

Elektrisch betriebene Fahrräder sind aus dem Bild deutscher Städte kaum noch wegzudenken. Immer mehr Menschen entschließen sich dazu, ein E-Bike zu kaufen und zumindest einen Teil der Wege damit zurückzulegen.

Doch warum ist die E-Mobilität in Deutschland eigentlich so beliebt? Warum steigen die Verkaufszahlen der E-Bikes Jahr für Jahr an? Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Grund #1: Die E-Bikes werden immer besser

Die Technik bei E-Bikes entwickelt sich ständig weiter. Wer ein aktuelles Modell neben ein etwa zehn Jahre altes E-Bike stellt, sieht viele Unterschiede bereits auf den ersten Blick. Dazu gehört vor allem die verbesserte Leistungsfähigkeit der Akkus. Das hat dazu geführt, dass die Batterien einerseits für eine wesentlich höhere Reichweite sorgen und andererseits deutlich dezenter verbaut werden können.

Mit modernen E-Bikes sind locker Ausfahrten von 100 Kilometer und mehr möglich, ohne dass sich die Fahrer dabei große Sorgen machen müssen, einen Teil des Weges ohne elektrische Unterstützung in die Pedale treten zu müssen. Der Akku ist dabei oftmals im Rahmen verbaut und so kaum noch sichtbar.

Doch nicht nur der Akku, auch der Motor hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Lag das maximale Drehmoment vor wenigen Jahren bei Standard-Bikes noch bei etwa 20 bis 30 Newtonmeter, kommen heute größtenteils Motoren mit 45 bis 85 Newtonmeter zum Einsatz. Das sorgt für eine deutlich verbesserte Beschleunigung beim Start.

Damit die Sicherheit nicht unter der verstärkten Power leidet, sind mittlerweile auch nahezu alle E-Bikes mit hochwertigen Scheibenbremsen ausgestattet, die dafür sorgen, dass das Rad in Gefahrensituationen schnell zum Stillstand gebracht werden kann.

Grund #2: Die Elektro-Fahrräder werden gleichzeitig auch noch günstiger

Obwohl sich die Technik der E-Bikes immer mehr verbessert hat, sind die Preise deshalb nicht angestiegen. Im Gegenteil: Die E-Bikes werden immer günstiger. Viele Konsumenten fragen sich, wie das möglich ist. Können sich die Hersteller und Händler diese günstigen Preise auf Dauer überhaupt leisten oder platzt diese Blase irgendwann?

Davon ist nicht auszugehen. Denn die günstigeren Preise sind in erster Linie auf die Produktion von immer größeren Stückzahlen zurückzuführen. Wie überall in der Wirtschaft führen auch bei E-Bikes die größeren Mengen zu günstigeren Einkaufspreisen der Hersteller für ihre benötigten Materialien und Teile.

Qualitativ gute Einstiegsmodelle sind heute bereits ab etwa 1.200 Euro am Markt verfügbar. Für diesen Preis erhalten Konsumenten ein E-Bike mit einer Motorleistung von 45 Newtonmeter und einer Reichweite von rund 120 Kilometer (bei einem Akku mit einer Kapazität von etwa 400 bis 450 Kilowattstunden).

Wer etwas mehr Qualität möchte, muss dafür auch nicht viel tiefer in die Tasche greifen. Die Mittelklasse der E-Bikes bewegt sich heutzutage in einem Preisrahmen zwischen 2.000 und 3.000 Euro.

Im Gegensatz zu den Einstiegsmodellen bekommen die Konsumenten zu diesen Preisen bessere Komponenten für die Schaltung und die Bremsen, einen leistungsstärkeren Motor mit mindestens 65 Newtonmeter sowie einen Akku mit einer Kapazität von mindestens 500 Kilowattstunden. In den meisten Fällen wirkt sich der höhere Preis auch deutlich auf das Gewicht des E-Bikes aus. Durch den Einsatz entsprechender Materialien lassen sich ein paar Kilos einsparen.

Grund #3: Die Infrastruktur in den Städten wird immer besser ausgebaut

In der Vergangenheit galten Deutschlands Städte nicht unbedingt als fahrradfreundlich. Während in Städten wie Amsterdam oder Kopenhagen ein Großteil der Verkehrswege mit dem Zweirad zurückgelegt wird, ist der Anteil in den meisten deutschen Städten noch immer deutlich niedriger.

Das hat vor allem historische Gründe. Denn diese Städte haben in der Vergangenheit auch wesentlich mehr Geld in eine fahrradfreundliche Infrastruktur investiert. In der Praxis sorgt das für ein wesentlich größeres Netz an Radwegen, die ausreichend breit sind oder auf einer eigenen Trasse geführt werden. Dazu befinden sich an wichtigen Punkten auch noch ausreichend Abstellplätze oder Fahrradgaragen. Während Kopenhagen rund 35,60 Euro pro Einwohner und Jahr investiert, sind es im Vergleich dazu in Berlin nur 4,70 Euro und in Hamburg gar nur 2,90 Euro.

Dennoch verbesserte sich das Radwegenetz aber auch hierzulande in den letzten Jahren stetig. In den kommenden Jahren soll der Ausbau noch einmal deutlich intensiviert werden. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 stellt die Bundesregierung mehrere hundert Millionen Euro für den Aus- und Neubau der Radwege in Deutschland bereit. Die Länder und Gemeinden können die direkte finanzielle Hilfe ab sofort beim Verkehrsministerium beantragen, um entsprechende Radverkehrsinfrastruktur-Projekte in ihrer Region umzusetzen.

Grund #4: Der Umweltgedanke verankert sich immer stärker in den Köpfen

Auch wenn so manche auf die Fridays-for-Future-Bewegung nicht gut zu sprechen sind, hat im Allgemeinen das Umweltbewusstsein der Bevölkerung deutlich zugenommen. Laut der Umweltbewusstseinsstudie, die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit alle zwei Jahre durchgeführt wurde, gaben bei der letzten Befragung im Jahr 2020 fast zwei Drittel der Befragten an, dass ihnen der Umwelt- und Klimaschutz sehr wichtig ist. Fast drei Viertel sind generell an den Themen Klimawandel und Klimaschutz interessiert.

Der Anteil jener, die für ihre alltäglichen Wege ein Fahrrad (dazu zählen auch E-Bikes) oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, ist dabei innerhalb von zwei Jahren immerhin von 37 auf 40 Prozent angestiegen.

Die Sensibilität für die Umwelt ist also auch in Deutschland vorhanden und dem Großteil der Bevölkerung ist durchaus bewusst, dass wir nicht mehr so weiterleben können, wie in den letzten Jahrzehnten, wenn wir den nachfolgenden Generationen einen bewohnbaren Planeten hinterlassen möchten.

In der Praxis zeigt sich das unter anderem auch dadurch, dass immer mehr Menschen dazu bereit sind, in ein ökologisch sinnvolles Verkehrsmittel wie E-Bikes etwas mehr Geld zu investieren.

Und wenn es schon nicht im Sinne der Umwelt ist, dann zumindest für den persönlichen Vorteil. Denn wer beispielsweise mit dem E-Bike statt mit dem Auto seinen täglichen Weg zur Arbeit bewältigt, schafft dies bei vielen Strecken wesentlich schneller und ohne Wartezeiten im Stau und spart dabei auch noch Geld.