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Hamburg: Mode mit Gewissen: Beim Textilkauf auf Labels achten

Hamburg : Mode mit Gewissen: Beim Textilkauf auf Labels achten

Mit einem Hungerlohn bezahlt und von Kindern an einem langen Arbeitstag genäht - wer Kleidung aus solchen unmenschlichen Produktionsverhältnissen nicht kaufen will, sollte sich an Labels halten. Das sind in der Regel Umweltzeichen, die zusätzlich auf soziale Kriterien achten. Die Verbraucherzentrale Hamburg gibt einen Überblick:

- Die Internationale Arbeitskonferenz (ILO) hat Arbeits- und Sozialstandards formuliert, die eine menschenwürdige Arbeit für alle Menschen der Welt garantieren sollen. Zu den Grundprinzipien der UN-Sonderorganisation gehört unter anderem die Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit. Diverse Labels beziehen sich auf die Einhaltung dieser Standards, darunter das Umweltzeichen „Blauer Engel“, das Qualitätszeichen „Fair for Life“ des Instituts für Marktökologie und das Siegel der Initiative „Fair Wear Foundation“.

- Das „IVN-Best-Siegel“ des internationalen Verbands der Naturtextilindustrie ist das strengste Label für Naturtextilien. Hier wird auch auf soziale Kriterien entlang der gesamten Produktionskette geachtet - gemäß der ILO-Richtlinien. Das „IVN Naturleder Zertifikat“ berücksichtigt ebenfalls soziale Kriterien. Die Sozialkriterien diverser Labels entsprechen laut der Verbraucherzentrale den Vorgaben des „IVN-Best Siegels“, darunter das „GOTS Label“ der International Working Group on Global Organic Textile Standard und das „Naturland“-Siegel des Verbandes für ökologischen Landbau.

- Das Öko-Zeichen „Textiles Vertrauen nach Oeko-Tex Standard 100 plus“ wird an Produkte vergeben, deren Hersteller Sozialkriterien wie ein Versammlungsrecht für die Arbeiter sowie das Verbot von Diskriminierung und Zwangsarbeit einhalten. Außerdem müssen sie die Arbeitssicherheit gewährleisten. Aber Achtung: Das Zeichen „Öko-Tex Standard 100“ - also ohne „plus“ geht nicht auf Sozialstandards ein.

- Den Schwerpunkt auf soziale Standards legt das Label „Made by“, vergeben von einer europäischen Non-Profit-Organisation. Es sieht eine Produktion ohne Kinder- und Zwangsarbeit sowie ohne exzessive Überstunden, dafür aber Mindestlöhne und gesunde Arbeitsplätze vor.

- Beim Label „Bluesign“ sind alle Partner verpflichtet, den UN Global Compact einzuhalten, der strenge Anforderungen in den Punkten Menschenrechte, Arbeitsnormen und Bekämpfung von Korruption vorgibt. Vor allem geht es hier aber um Umweltaspekte.

- Es gibt daneben einige firmeneigene Labels, die auf einem eigenen Verhaltenskodex beruhen. Dazu gehören etwa Biore, Hessnatur, Lamu Lamu und Earth Positive. Informationen dazu bieten die Hersteller oft im Internet an.

(dpa)