Metallende Schönheiten: Extreme Piercings bei Mann und Frau

Metallende Schönheiten : Extreme Piercings bei Mann und Frau

Der Vorteil an unserer freiheitlichen Demokratie ist, dass wir ein Recht auf Individualität haben. Wir bestimmen selbst was wir uns anziehen, welches Tattoo wir uns stechen lassen und ob wir Piercings tragen wollen. Der Gesetzgeber spricht uns hierzu nicht das Recht ab, das war nicht immer so.

"Bodymodification" ist ein Trend und eine Kunst zugleich. Piercings und Tattoos haben den Einzug in gesellschaftliche Normen gefunden. Im Alltag begegnen uns häufig Menschen, die sichtbar gepierct und tätowiert sind. Doch extreme Körperkünstler wie Rolf Buchholz faszinieren uns noch immer. Er ist der meistgepiercte Mann der Welt.

Über 456 Piercings an einem Körper

Das Gesicht und der Körper von Rolf Buchholz ist vollgestochen mit Piercings ? 456 Metallteile verzieren seine Haut. Für ihn ist es Selbstverwirklichung, andere hingegen fragen sich, ob das sein muss.

Durch seine Selbstverwirklichung landete er im Guinnessbuch der Rekorde. Nase, Ohren und Augenbrauen sind auch voll mit Piercings, die Haut rund um seinen Mund kaum erkennbar. Aus seiner Stirn wachsen zwei Hörner. Neben den 456 Piercings trägt er am ganzen Körper auch noch verschiedene Implantate, Brandings und Tattoos.

Buchholz ist nicht der einzige Mensch mit extremen Piercings. In seinem Beitrag über extreme Piercings bei Frauen und Männern beschreibt der Body Modification Experte Matthias Speck besonders ausgefallene Varianten in Bezug auf die Körperveränderung und Rekorde hinsichtlich diesem Körperkult.

Haben Piercings Nebenwirkungen?

Jede Modifikation des Körpers birgt auch seine Risiken. Circa 30 Prozent aller Menschen haben nach dem Stechen eines Piercings Beschwerden. Manche davon so stark, dass sie Hilfe bei einem Arzt aufsuchen. Eins von hundert Piercings wird sogar anschließend im Krankenhaus behandelt. Das ergab zumindest eine britische Studie aus dem Jahr 2008.

Ob ein gesundheitliches Problem auftreten auftritt, hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Die Erfahrung und die Hygiene des Piercers ist ausschlaggebend. Ein Profi weiß worauf er zu achten hat und damit ist auch das Risiko entsprechend niedrig.

Das Material des Piercings spielt ebenso eine Rolle. Die Wunde, die beim Stechen entsteht, muss sorgfältig gepflegt werden. Desinfektionsmittel oder Aloe Vera-Produkte eignen sich hervorragend.

Wenn das Piercing geheilt ist, kann es ebenfalls zu Schwierigkeiten kommen. So zum Beispiel, wenn die Kleidung am Piercing scheuert. Das Schmuckstück kann auch an einer Stelle hängen bleiben. Oftmals wird auch am Piercing herumgespielt, was ebenso ein Risiko für Entzündungen hervorruft. Das größte Risiko trägt jeder allerdings beim Sport. Hier ist es wichtig, diese zu entfernen oder entsprechende Stellen zu überkleben.

Woran erkenne ich einen guten Piercer?

Piercer haben in ihrem Gebiet selbstverständlich die nötige Erfahrung, um Infektionen oder Keime zu vermeiden. Jedes Studio achtet allein schon wegen seines Rufes auf eine hygienische Arbeit. Bevor Sie sich aber für eines entscheiden, sollten Sie dennoch vergleichen. Fragen Sie Freunde und Bekannte nach Erfahrungswerten.

Ein gutes Zeichen ist aber in jedem Fall, wenn der Piercer zugleich auch dem Verein "Erste Organisation Professioneller Piercer" angehört. Hinzu sollte aber folgendes beachtet werden:

  • Klärt der Piercer über Risiken und mögliche Spätfolgen auf?
  • Der Piercer sollte fragen, ob Sie Krankheiten oder Allergien haben
  • Eine Beratung über die Auswahl des Materials sollte erfolgen
  • Benutzte Materialien sollten steril verpackt sein
  • Bei jedem Kunden wird ein neues Paar Handschuhe angezogen
  • Es sollte einen separaten Piercingraum geben
  • Der Piercer sollte genau erklären, wie die Stichwunde zu versorgen ist
  • Umfassende Beratung über die Pflege des Piercings

Sollten Sie beim Betreten des Studios ein schlechtes Bauchgefühl haben, verlassen Sie es am besten wieder.

Heilung

Es könnte bis zu einem Jahr dauern, bis der Stichkanal abgeheilt ist. In dieser Zeit sollten Sie nicht nachlässig sein mit der Hygiene. Bei Augenbrauen ist die Heilzeit mit sechs bis acht Wochen nicht dramatisch. Bei einer Brustwarze müssen Sie schon mit 6 bis 32 Wochen rechnen. Ein Piercing am Bauchnabel benötigt sogar bis zu zwölf Monate.

(vo)
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