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Kunst in der Straße - touristischer Mehrwert

Öffentlicher Raum : Kunst in der Straße - touristischer Mehrwert

Was ist Kunst? Wer diese Frage beantworten kann, der hat vielen Experten einiges voraus. Im Diskurs der letzten Jahre hat sich deutlich gezeigt, dass sich der Kunstbegriff schwerer als gedacht definieren lässt. Besonders fällt auf, dass die Kunst immer mehr in den öffentlichen Raum wandert.

Lange Zeit war es so, dass die Kunst einzig und alle auf die Museen und die Akademien beschränkt war. Jahre zuvor war es die Akademien, die darüber entschieden haben, welcher Künstler der Kunst zugeschrieben werden darf und welcher nicht.

Heute sieht die Kunst wesentlich demokratisierter aus. Wer tatsächlich ein Künstler ist, das lässt sich nach wie vor nicht abschließend feststellen. Allerdings ist es so, dass heute die Intention besonders in den Vordergrund gerückt ist. Das bedeutet in gewisser Weise, dass die Entscheidung, ob es sich bei dem Urheber eines Kunstwerks um einen Künstler handelt oder nicht, nicht mehr länger vom Talent, sondern Vielmehr von der Aufmerksamkeit, die ihm oder ihr geschenkt wird, abhängig ist.
Ein besonderes Genre innerhalb dieser Disziplin der neueren Kunst stellt die Kunst auf den Straßen dar. Es scheint fast so, als wären Leinwände von gestern.

Kunst ist nicht mehr länger auf ein bestimmtes Format beschränkt. Kunst macht vielmehr der, der sich dazu entscheidet, Kunst zu machen. Bei der Frage des Geschmacks ist es ebenso schon lange nicht mehr so, dass ein strenger Auftraggeber entscheidet. Seitdem die Kunst vom Handwerk getrennt ist, kommt es nicht mehr auf die Spezifikationen oder das Talent des Künstlers an, sondern vielmehr auf die Intention, mag diese noch so sehr aus der Luft gegriffen sein, und den Willen der Kunstkritiker an.

Augen auf beim Stadtbummel

Dass sich Kunst in der heutigen Zeit auch genügend in frei zugänglichen Räumen befindet, das zeigt die Streetart. Manche Fans dieser neuartigen Art an Kunst nehmen weite Wege in Kauf, um einen Blick auf eine frei zugängliche Installation oder ein Gemälde zu werfen. Klar ist, dass die selbst ernannte Streetart aus dem Vandalismus geboren wurde.

Zuerst machten verfeindete Gruppen mit sogenannten Tags, also individuellen Zeichen, auf sich aufmerksam. Irgendwann hat sich dieser Wettkampf deutlich ausgeweitet. Im Gegensatz zum heimischen Fußball lässt es sich bei der Kunst nicht so leicht in bestimmte Lager unterscheiden. Der Siegeszug der Straßenkunst ist ein schleichender Prozess, der mit seiner Konstanz sogar dem einen oder anderen Kenner ein wahres Staunen abverlangt.

Gewissen Größen gelingt es tatsächlich, sich innerhalb weniger Jahre, in seltenen Fällen auch im Lauf einiger Jahrzehnte, sich einen Ruf aufzubauen. Leider ist es so, dass der ganz große Erfolg nach wie vor nur sehr wenigen Menschen vorbehalten bleibt.

Wie etabliert sich ein Street-Artist?

Wer denkt, dass es ausreicht, sich mit einigen Tags und einigen Gemälden auf einer Wand zu verewigen, der hat sich geirrt. Gerade in der letzten Zeit wurden die Ansprüche an die öffentliche Kunst auf den Straßen immer kritischer. Das bedeutet, dass es von immenser Wichtigkeit ist, sich mit den verschiedenen Kunstepochen zu beschäftigen.

Auch wenn man selbst nichts Passendes für sich finden sollte, dienen die vielfältigen Beispiele als kreativer Appell an die eigene Kreativität. Fakt ist, dass die Straßenkunst Zukunft hat. Welche genau, das ist leider auch nach Jahren noch ungewiss.