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Ist das noch Skimode oder der Alltagsanorak?

Wintersport-Trends : Ist das noch Skimode oder der Alltagsanorak?

Auf der Messe Ispo in München war schon die Skimode für die Saison 2023/24 zu sehen - und auch im Handel zeigt sich: Eine Entwicklung, die wir schon kennen, bleibt weiterhin angesagt.

Was beim Sport im Schnee funktioniert, kann doch für den Alltag nicht so schlecht sein. Daher wundert es nicht, dass die Bekleidung für den Wintersport gar nicht mehr so nach Skifahren, Snowboarden und Tourengehen aussieht, sondern ganz schön normal. Zu sehen ist das bereits im Handel - aber auch in den ersten Ausblicken auf die Saison 2023/24 der Messe Ispo in München.

Ganz neu ist das nicht, schon in den Wintern vor der Pandemie hat man diese Entwicklung beobachten können. Aber nun bezeichnet die Messe sie als nichts Geringeres als einen „Evolutionssprung“, auf den die Branche sich vorbereite.

„Der Markt möchte Ski-to-Street, High-Performance-Bekleidung, die vom Pendeln in der Stadt bis hin zu Wintersportaktivitäten am Wochenende funktioniert und vielseitig einsetzbar ist“, so Christoph Beaufils und Louisa Smith in ihrer Trendanalyse für die Messe. Das betrifft demnach nicht nur die Oberbekleidung, sondern auch die Basisschicht - also den Lagenlook unterm Anorak.

Alltagstaugliche Farben, mehrschichtige Jacken

„Die Mode wird natürlich dezenter, um dann urban tauglich zu sein“, sagt der Fachjournalist Ralf Stefan Beppler. Zu sehen sind derzeit etwa viele beige Töne, Blautöne, Grüntöne und Weiß. Bei den Frauenkollektionen kann auch mal Pink oder Lila dazukommen.

Beim Skitouring geht es dem Fachjournalisten zufolge aber auch „knallig“ zu. Türkis und helle Grüntöne sind hier in den aktuellen Kollektionen zu sehen. Außerdem leuchtendes Orange und Rot.

„Mut zur Farbe zieht sich grundsätzlich durch die Kollektionen, wobei es immer wichtiger wird - auch im Sinne der Nachhaltigkeit - dass die Farben der Vorjahreskollektion kombinierbar sind mit den aktuellen Farben“, so die beiden Trendanalysten der Messe.

Dem „Ski-to-Street-Trend“ spielen außerdem die „Doppeljacken“, die auch „3-in-1-Jacken“ genannt werden, in die Hände. Immer mehr Anbieter haben diese im Sortiment, so Beppler. Aus den zwei einzeln tragbaren Schichten ergibt sich eine warme, regendichte Jacke für die Piste. Trägt man nur den äußeren Teil, ist er leichter - und auch für die Stadt geeignet. Der innere Teil, meist aus Fleece, kann ebenfalls für sich getragen werden.

Der Overall kommt wieder

Bei den Schnitten ist das Angebot aktuell breit gefächert. „Insbesondere was die urbane Sportsfashion angeht, werden wir auch weiterhin die Schnitte der modischen Streetwear sehen“, so die Trend-Experten der Messe. Also etwa superkurze Stücke - etwa im Cropped-Style - und weite Silhouetten.

Auf der Piste ist allerdings auch der Overall wieder im Kommen. „Der Vorteil ist natürlich, dass man besser eingepackt ist, es ein bisschen wärmer ist“, so Beppler. Der Nachteil des Einteilers, den viele noch aus Kindertagen kennen dürften: Er ist abseits der Piste selten tragbar. Fachjournalist Beppler sieht im Overall deshalb auch einen „Gegentrend zur 3-in-1-Jacke“.

Etwas seltener zu finden als noch vor einigen Saisons seien außerdem mittlerweile Ski-Hosen im 70er-Stil mit leichtem Schlag. Letztendlich hätten die meisten Anbieter aber heute dauerhaft verschiedene Schnitte im Sortiment, so Beppler. „Es ist wirklich alles auf der Piste zu sehen.“

Megatrend Nachhaltigkeit

Diese Entwicklungen gehen mit einem Megatrend einher: Nachhaltigkeit. Mit der bewirbt sich die Outdoor-Branche gerne, geht es bei ihr doch ums Sein in der Natur. So müssen Verbraucher weniger Kleidungssstücke kaufen - weil sie so vielseitig sind.

„Der Crossover-Bereich wird immer wichtiger“, sagt Beppler. „Man hat die eine Jacken zum Skifahren, zum Skitourengehen und vielleicht noch zum Bergsteigen im Winter.“ Damit das klappt, sind hier die Silhouetten oft schmal. Und auch die Ärmel der Pullover dazu etwas enger geschnitten.

Vor allem aber bei der Entwicklung von neuen Materialien steht die Nachhaltigkeit für die Branche im Fokus. „Nicht nur neue nachhaltige Rohstoffe werden gefunden, sondern auch so verarbeitet, dass das Produkt tatsächlich wieder recycelbar und in seine Grundzutaten sortiert beziehungsweise zurück in den Kreislauf findet“, so die Analyse von Christoph Beaufils und Louisa Smith.

Etliche Anbieter kündigen dann auch ihre neuen Kollektionen entsprechend an. Zu lesen ist etwa von „recycelten Innenfuttern“, „Isolierungen aus recyceltem Material“ oder „recyceltem Nylon“.

Ralf Stefan Beppler stellt zudem fest, dass immer mehr Anbieter auf Zertifizierungen achten, die für mehr Nachhaltigkeit stehen sollen, gerade bei Daunen oder Wolle. Letztere ist dem Fachjournalisten zufolge übrigens zunehmend ein Trend - etwa als Futter in Outdoorjacken.

© dpa-infocom, dpa:221202-99-757286/2

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(dpa)