München: Ich hole dir die Sterne vom Himmel — geht das mit Sternengeschenken?

München: Ich hole dir die Sterne vom Himmel — geht das mit Sternengeschenken?

Wenn es einmal ein ganz besonderes Geschenk für einen ganz besonderen Menschen oder einen einmaligen Anlass werden soll, dann kommen natürlich nur Superlative in Frage.

Die Personalisierung von Sternen und Sternenpatenschaften erscheinen adäquat, um einer geliebten Person buchstäblich die Sterne vom Himmel zu holen. Wie kann dieser himmlische Wunsch in die Realität umgesetzt werden?

Der Griff nach den Sternen

Das Firmament ist unendlich groß und mit Millionen und Milliarden Sternen übersät. Der Sternenhimmel ist ein Faszinosum seit Menschengedenken und animiert den Menschen schon immer, seiner Schönheit und Rätselhaftigkeit auf den Grund zu gehen. Astrologen versuchen, die Stellung der Sterne in ihrer Bedeutung für die Menschen auf der Erde zu berechnen, Astronomen berechnen die Größe von Galaxien, Astrophysiker erklären anhand von Daten die Entstehung von Sternen, Planeten oder dem ganzen Universum.

Warum nicht auch einen Stern aus den vielen Milliarden am Himmel aussuchen und verschenken? Mit einer Sternpatenschaft ist diese Idee nun möglich gemacht worden. Die allermeisten der sichtbaren Sterne sind noch namenlos - sie haben lediglich eine Nummer.

Mit Hilfe einer Sternenkarte kann ein kleiner Stern ausgesucht werden und dieser wird auf einen bestimmten Namen getauft. Mit dem Eintrag dieses Namens in das internationale Sternenregister, in dem alle bekannten und sichtbaren Sterne wissenschaftlich nummeriert werden, wird die Sternentaufe dann sozusagen amtlich.

Eine Sternenurkunde bezeugt die Eintragung in dieses Register. Diese Urkunde einem Neugeborenen anlässlich einer Kindstaufe oder dem geliebten Partner bei einer Hochzeit zu überreichen, ist zugegeben ein sehr emotionales Geschenk. Hier zählt vielmehr die reine Vorstellung, dass ein unerreichbar scheinender Stern nun einen direkten Bezug zu sich selbst haben soll. Der Preis der Sternpatenschaften richtet sich dabei nach der Helligkeit des getauften Sternes: Je heller, desto wertvoller.

Kostbarer Sternenhimmel

Wie wertvoll die Helligkeit der Sterne ist, kann allerdings nur von einem dunklen Standort aus oder von einem mit Spezialteleskop ausgestatteten Satelliten aus beurteilt werden.

Der Blick in den Sternenhimmel war schon immer faszinierend und hat Menschen in ihren Bann gezogen. In unseren dicht besiedelten Gebieten in Deutschland ist das ungestörte Beobachten der Milchstraße allerdings nur noch an wenigen Orten möglich. Zu stark strahlen die vom Menschen geschaffenen Lichtquellen dagegen.

So haben sich schon prominente Fürsprecher wie die ehemalige Ministerin aus Neuseeland, Margaret Austin für den Schutz des Nachthimmels eingesetzt. Sie engagiert neben anderen Fürsprechern dafür, den sternenreichen Nachthimmel unter den Schutz eines Weltkulturerbe zu stellen.

Um die Sternenbewegungen und andere Phänomene bei Nacht beobachten zu können, muss es möglichst dunkel sein. In Deutschland gibt es nur noch wenige Orte, an dem der Nachthimmel auch mit bloßem Auge gut zu beobachten ist: Der Nationalpark Eifel steht seit 2014 in der Liste der International Dark-Sky Association, die sich gegen die immer stärker werdende weltweite Lichtverschmutzung einsetzt.

Ein weiterer deutscher Sternenbeobachtungsplatz ist ebenfalls auf der Liste der Organisation verzeichnet. Der dunkelste Ort in Deutschland ist derzeit ein kleines Dorf in Brandenburg. Gülpe, ein 160 Seelen-Dorf, liegt nur 70 Kilometer im Nordwesten vom gleißend hellen Berlin entfernt. Eine Urkunde, die belegt, dass der Ort als Sternenpark ausgezeichnet wurde, hängt am Ortseingang.

Die vielen neugierigen Besucher und Sternenforscher aus der Großstadt und dem Rest der Republik kommen seit der Bekanntmachung im Sommer 2014 nun gehäuft. Sie kommen und gefährden mit ihren Autolichtern und Lampen dadurch auch ein wenig das dunkle Idyll.

Andere ungewöhnliche oder astronomische Geschenke

Der Flug zum Mond oder zu anderen Planeten ist ganz großer Menschheitstraum und beflügelte schon unzählige Menschen. Mit der ersten bemannten Mondlandung am 20. Juli 1968 wurde dieser Traum Wirklichkeit. Die ganze Welt konnte damals durch die Fernseh-Übertragung der Mondlandung von Apollo 11 an diesem Jahrhundertereignis teilhaben.

Der amerikanische Astronaut Neil Armstrong hat beim Betreten des Mondes seinerzeit den berühmten Satz gesagt: Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit. Fast fünfzig Jahre nach diesem Ereignis ist nun auch für sehr betuchte Normalsterbliche eine Fahrt ins All möglich geworden. Der Weltraumtourismus steckt dabei noch in den Kinderschuhen.

Es existieren bereits mehrere Anbieter für eine privat buchbare Odyssee in den Weltraum. Mit der Eröffnung des Weltraumbahnhofes "Spacesport America" mit Sitz in New Mexiko sind einige Milliardäre diesem Traum nun nähergekommen. Ein solches Erlebnis bleibt jedoch weiterhin sehr exklusiv. Als erster Weltraumtourist ist 2001 der amerikanische Unternehmer und Raumfahringenieur Dennis Tito ins All geflogen.

Tito flog, nach Absolvierung eines straffen Kosmonauten-Trainings und entgegen einiger Widerstände seitens der US-Raumfahrtbehörde NASA auf einem noch freien Gastplatz auf einem russischen ISS-Flug mit. 2009 war es Charles Somonyi, der als zweiter amerikanischer Zivilist Astronautenluft geschnuppert hat. Für diesen Trip hatte Somonyi ganze 35 Millionen US Dollar hingeblättert.

Stars und Sternchen buchen

Doch es brauchen nicht immer astronomische Summen zu sein, um jemandem die Sterne zu Füßen zu legen. Es gibt noch andere ungewöhnliche Geschenkideen, die ein wenig Sternenstaub verbreiten und erschwinglich sind.

Zur Geburt eines jeden Menschen standen die Sterne in einer bestimmten Konstellation. Mit einem personalisierten Horoskop können versierte Astrologen durch die Deutung der Sternen- und Planetenkonstellation die Persönlichkeit und den Charakter einer Person beschreiben.

Für wen ist dieses Geschenk geeignet? Für all jene, die sich mit der Lehre dieser jahrhundertealten Wissenschaft nicht schwer tut und die psychologische Deutung eines solchen Horoskops nicht mit den wöchentlichen Prognosen in der Klatschzeitung verwechselt.

Ein bisschen Sternenstaub atmen geht auch ganz irdisch, wenn man Stars in sprichwörtliche Berührung kommen kann. Der Erlebnisunternehmer Jochen Schweizer bietet auf seiner Webseite Erlebnisse mit Stars an. Bekannte Fernsehköche, die zuhause ein Menü für die Gäste zubereiten oder der Auftritt eines Moderators bei einem Privatkonzert - hier sind den Ideen im Markt des Promi-Bookings höchstens finanzielle Grenzen gesetzt -vorausgesetzt dieser Star ist auch käuflich.

Es gibt inzwischen auch die touristische Jagd auf Film-Stars. Reisend auf den Spuren von Stars zu wandeln und die Orte zu besuchen, wo berühmte Blockbuster wie "Games of Thrones" (Dubrovnik in Kroatien) oder "Harry Potter" (Großbritannien) gedreht wurden, ist total in geworden.

(vo)