Hut ab ? zeitgemäße Kopfbedeckung als Ausdruck des Lifestyles

Hut ab? : Zeitgemäße Kopfbedeckung als Ausdruck des Lifestyles

Kaum vorstellbar, aber noch vor 50 Jahren kam niemand ohne Hut aus. Wer heutzutage einen Hut, eine Mütze oder eine Cap trägt, drückt sein Lebensgefühl aus. Meistens sind es schlicht pragmatische Gründe für eine Kopfbedeckung: Sonnen-, Regen-, Kälteschutz oder der Sicherheitsaspekt.

Zum guten Ton gehört der Hut schon lange nicht mehr. Die frühere Bedeutung lässt sich oft nur aus Redewendungen erahnen. Wer seinen Hut vor etwas zieht, drückt damit Respekt und Wertschätzung aus.

Hüte im Wandel der Zeit

Früher unterstrichen Hüte die soziale Stellung des Trägers. So trugen Priester, Pharaonen und Könige Kopfbedeckungen. In der Römerzeit ging niemand ohne Hut zu feierlichen Ritualen. Im Mittelalter setzte sich das Barett als Kopfbedeckung der Fürsten und Grafen durch, die auch Recht sprachen. Heute noch tragen Richter und Gelehrte diese Hutform. Ab dem 18. Jahrhundert spielte der modische Aspekt eine immer stärkere Rolle. So wurde der Zylinder der Paradehut für Festlichkeiten. In den 1970er-Jahren schwand allmählich die Bedeutung des Hutes. Der jüngeren Generation war er zu spießig. Die stilvolle Kopfbedeckung war plötzlich ein alter Hut.

Berühmte Hüte und Hutträger

In der Vergangenheit setzten Künstler und Prominente regelrechte Trends mit Ihrer Kopfbekleidung. Bekannt ist beispielsweise der Rembrandt-Hut, der mit dem 350. Todestag des Künstlers wieder ins Bewusstsein rückte. Die Niederländer ließen es sich immerhin nicht nehmen, ihren Künstler ein ganzes Jahr lang zu feiern. Zu den bekanntesten Hüten zählen sicherlich Trilby und Fedora.

Bereits in den 1920er-Jahren machte Buster Keaton den runden Trilby-Hut bekannt. Beliebt war er ferner bei den Blues Brothers, Frank Sinatra, Madonna und Justin Timberlake. Die berühmtesten Träger des Fedora-Hutes mit der Krempe waren und sind sicherlich Humphrey Bogart, Indiana Jones und Udo Lindenberg. Ein Synonym für einen Hutträger war der "Mann mit der Mütze", Helmut Schön. Das Markenzeichen des erfolgreichsten Bundestrainers der deutschen Fußballelf war seine Schiebermütze.

Die passende Hutwahl

Der passende Hut will weise ausgewählt sein. Nicht jeder Hut passt zu jedem Typ. Entscheidend sind die Gesichtsform und die Körpergröße. Ein rundes Gesicht braucht eine optische Verlängerung durch hohe Hutmodelle. Einen länglichen Kopf zieren eher flache Hüte. Wer ein ovales Gesicht hat, kann sich glücklich schätzen - da passen alle Modelle. Die Körpergröße wiederum hat Auswirkungen auf die Hutgröße. Größere Personen dürfen sich mit voluminösen Hüten schmücken. Kleinere greifen eher zu zierlicheren Hüten. Nach wie vor ist das Angebot an Hüten sehr vielfältig.

Wohl behütet - Hüte heute

Dienten Hüte in der Vergangenheit als Statussymbol, sind sie heute Ausdruck des Lifestyles oder sogar Berufskleidung. Juristen, Köche und Schornsteinfeger tragen spezielle Hüte als Merkmal ihrer Berufszugehörigkeit. Gleichwohl kann eine einheitliche Cap die Gruppenzugehörigkeit ausdrücken. Die Kopfbedeckung hat zudem eine Schutzfunktion. So schützt ein Sonnenhut vor starker Sonneneinstrahlung und eine Mütze hält im Winter warm. Bei Radfahrern sorgt eine Mütze für den Kälteschutz und ein Helm für die Sicherheit. Selbstverständlich kann ein Hut auch nur schmücken und modisches Accessoire sein.

(vo)