Lage der Frau : Auch 2018 gibt es viele Herausforderungen

Frauen haben heutzutage statt einer klassischen Rolle wie früher ganz viele zu spielen: Sie sollen gleichzeitig beruflich erfolgreich wie privat glücklich sein und zusätzlich noch alle gesellschaftlich gestellten Anforderungen als Mütter erfüllen. Alles gleichzeitig geht aber praktisch kaum.

Doch wie sollte eine Frau im Jahr 2018 überhaupt sein? Wie kann sie es schaffen, Prioritäten richtig zu setzen, privat und beruflich voranzukommen und auch noch in Stilfragen erfolgreich zu sein?

Entwicklungen im Jahr 2017

Auch das Jahr 2017 hat wieder viele gesellschaftliche Entwicklungen erlebt, die für die Frauenwelt von Relevanz sind. Dazu zählen verschiedene Ereignisse, etwa die große MeToo-Debatte und einige andere Diskussionen, die für Frauen relevant sind und bleiben, so etwa die Themen Slut und Fat Shaming.

Beginnen wir jedoch mit dem Thema MeToo, das wir aus sprachästhetischen Gründen nicht jedes Mal mit dem entsprechenden Hashtag schmücken werden. Was war passiert, dass dieses Gesprächsthema für solche Wellen sorgte? Was hat die Frauen-Community so empört, dass wir zu diesem Zeitpunkt nicht einmal sagen können, ob das Thema überhaupt schon ad acta gelegt werden kann?

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MeToo - Skandal mit Folgen?

Mehrere US-Schauspielerinnen namhaften Ranges meldeten sich zu Wort, weil sie Harvey Weinstein, seines Zeichens ein großer Filmproduzent, sexuelle Belästigung vorwarfen. Die Brisanz entsteht hierbei ganz besonders durch die Kombination aus der verletzten Privatsphäre der Schauspielerinnen und der Macht, die Weinstein als Filmproduzent besessen hatte, schließlich konnte seine Fürsprache Türen öffnen, seine Widersprache aber gleichsam Karrieren ruinieren. Nachdem rund 70 (!) mutige Frauen an die Öffentlichkeit gegangen sind, befindet sich Harvey Weinstein in Behandlung und seine Firma, die Weinstein Company, steht kurz vor der Insolvenz.

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Anschließend folgten viele Frauen dem durch die Schauspielerinnen gebrachten Beispiel und posteten ihre persönlichen Fälle in den sozialen Medien unter dem Hashtag MeToo. Schnell bekam die Debatte eine gesellschaftsumspannende Dimension, denn auch in den USA ging das Thema bald in die nächste Runde, als viele Männer angaben, von Kevin Spacey zu sexuellen Handlungen genötigt oder sexuell missbraucht worden zu sein.

Der Zusammenhang vom Missbrauch von Sex und Macht ist zwar nicht neu, aber er ist praktisch noch nie in einer dermaßen großen und umfassenden Debatte erörtert worden. Viel mehr noch: Da nach wie vor die meisten Machtpositionen von Männern besetzt werden, und zwar nicht nur in Hollywood, stellt sich die Frage, wie oft diese ihre Machtpositionen auszunutzen bereit sind.

Skandal mit ungeahnten Dimensionen

Dass Männer nicht grundsätzlich dazu neigen, dürfte klar sein, dennoch werfen die vielen prominenten und nicht prominenten Fälle Fragen auf, die vor allem uns Frauen berühren dürften. Die MeToo-Debatte führt dazu, dass auch Menschen, die sich für gewöhnlich nicht mit solchen Fragen beschäftigen, unmittelbar vor Augen geführt bekommen, dass sexualisierte Gewalt durchaus mit beruflicher Konnotation vorhanden ist.

Das Schockierende für sie: Es handelt sich nicht um Einzelfälle und passiert in einer Zeit, die die meisten Frauen als emanzipiert erleben. Dass derlei Übergriffe heutzutage noch in größerem Umfang in der westlichen Welt passieren, wirft auch auf die Frage, ob Sexismus noch ein Problem ist, ein ganz anderes Licht.

Shaming-Debatten

In diesem Zuge kamen auch andere Debatten wieder hoch, die vorher insbesondere durch feministische Frauen berücksichtigt wurden. Doch durch die MeToo-Berichterstattung wurde auch für verschiedene Varianten des Shamings eine gewisse Öffentlichkeit geschaffen. Wir wollen hier nur zwei verschiedene Varianten kurz vorstellen.

Slut Shaming

Slut Shaming greift beispielsweise die weibliche Promiskuität auf und beschreibt das Phänomen, dass Frauen nach wie vor häufig beleidigt und sozial ausgegrenzt werden, wenn sie mit vielen Männern schlafen, auch von Frauen selbst. Doch was ist daran sexistisch? Nun, die Tatsache, dass ein derartiges Verhalten Männern nicht widerfährt, wenn sie mit vielen Frauen schlafen. Es handelt sich also um eine gewisse Doppelmoral, die hier gesellschaftlich ausgelebt wird.

Vor allem aber ist es im Rahmen einer sexuellen Selbstbestimmung, wie sie Frauen zusteht, ihre Entscheidung, ob und wann sie mit Männern schlafen möchten und wann nicht, ohne, dass sie dafür gleich beleidigt werden müssten.

Fat Shaming

Fat Shaming beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass Frauen, die keine Modelmaße haben, wesentlich häufiger diskriminiert werden, als dies bei schlanken Frauen der Fall ist. Auch, wenn ein gewisses Übergewicht sicherlich ungesund ist, gilt dies bereits bei Frauen, die nicht aussehen wie Unterwäschemodels. Auch hier ist wiederum auffällig, dass Männer keine ähnlich dimensionierte Diskriminierung erfahren, wenn sie nicht wie Fitness-Athleten aussehen. Dies ist letztlich eine Frage von überkommenen Schönheitsidealen.

Offenere Debatten

All diesen grundsätzlich kritikwürdigen Zuständen ist aber eine Gemeinsamkeit zu eigen, die wir durchaus positiv bewerten können: Dass derartige Situationen und Fragen überhaupt große und breite Debatten erzeugen, ist eine Tatsache, die begrüßenswert ist. Denn vor einigen Jahrzehnten war die Zahl von sexistischen Übergriffen und Diskriminierungen vermutlich wesentlich größer, fand aber in der Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit. Es ist also offensichtlich so, dass die herkömmlichen Medien, aber auch die sozialen Netzwerke einen fruchtbaren Boden für die gesellschaftlichen Diskussionen bieten, die es früher eher hinter vorgehaltener Hand gab.

Privatleben und Arbeit

Privatleben und Arbeit sind praktisch für jeden modernen Menschen schwer unter einen Hut zu bringen, für das weibliche Geschlecht aber ganz besonders. An uns werden so viele Erwartungen gestellt, dass wir es schwierig haben, diese irgendwie erfüllen zu können. Denn die Erwartungshaltungen kommen von verschiedensten Institutionen und Persönlichkeiten. Unsere Partner erwarten, dass wir für sie funktionieren, die Gesellschaft erwartet, dass wir bestimmte Normen erfüllen, insgesamt werden große Erwartungen an uns gestellt und Nichterfüllung kann zu Sanktionen nicht nur sozialer Art führen.

Wie viel Karriere vertrage ich?

Dass die berufliche Karriere heutzutage gesellschaftlich nicht nur für Frauen möglich ist, sondern auch propagiert wird, stellt uns vor eine schwierige Aufgabe. Denn inzwischen ist der Arbeitsmarkt unwahrscheinlich ausdifferenziert. Klar ist nur, dass man für ein gutes Einkommen eine hohe Qualifikation braucht, denn die wird insgesamt immer wichtiger.

Dadurch, dass immer mehr Menschen das Abitur abschließen, studieren auch immer mehr Leute. Weiterhin gibt es immer mehr Betriebe, die Ausbildungen nur für diejenigen Leute anbieten, die das Abitur in der Tasche haben. Insgesamt wird es also zunehmend schwieriger, ohne ausgezeichnete Qualifikationen eine ansprechende Karriere hinzulegen.

Hier reden wir nicht einmal von den ganz großen Stellen in Aufsichtsräten, sondern einfach nur von anständig bezahlten Jobs. Der Druck und die Konkurrenz steigen gnadenlos, sich zurücklehnen ist beinahe unmöglich.

Dennoch bieten die veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt in vielen Bereichen auch neue Chancen, die bisher so nicht bestanden. Heute ist eine abwechslungsreiche Karriere mit den verschiedensten Stationen viel verbreiteter und Quereinstiege deutlich einfacher.

Allerdings ist die große Karriere weder für alle Frauen noch für alle Männer die richtige Entscheidung. Ein erfolgreiches Berufsleben bringt einerseits viele Vorteile mit sich, so etwa einen guten Verdienst, spannende Kontakte und eine inspirierende Tätigkeit. Nachteile sind allerdings durchaus ebenfalls vorhanden. Denn neben der Tatsache, dass man kaum noch Zeit für die eigenen Hobbies hat und vermutlich auch dann viel reisen muss, wenn man keine Lust darauf hat, steckt man ab einem gewissen Erfolg in einem Dilemma.

Schließlich ist es in Sachen Lebensstil immer leicht, sich zu vergrößern, aber sehr schwer, einen Schritt zurück zu machen. Im Klartext: Wer einmal extrem erfolgreich war und sich an den Luxus gewöhnt, den der Erfolg so mit sich bringt, dem fällt es schwer, danach wieder darauf verzichten zu können. Damit steigt aber logischerweise der Druck, beruflich erfolgreich zu bleiben, was wiederum gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann, so etwa das Burnout-Syndrom.

Die richtige Balance ist der Schlüssel

Genau aus diesem Grund muss jede Frau für sich die richtige Balance finden zwischen ihren Leidenschaften und Wünschen und dem Ziel, ein gutes Leben mit einem anständigen Einkommen zu führen. Denn es ist nicht zu leugnen, dass ein vernünftiger Verdienst letztendlich die Grundlage unserer Existenz ist: Auch abgesehen von sämtlichen Extras möchten wir im Alltag nicht immer auf die billigsten Lebensmittel zurückgreifen müssen. Geld macht nicht glücklich, besagt eine alte Binsenweisheit. Aber es lässt uns mit Sicherheit ruhiger schlafen!

Wie Beruf, Hobbies und Beziehungsleben am besten unter einen Hut zu bringen sind, hängt von ganz individuellen Kriterien ab. Während manche Frauen gar kein Problem damit haben, sechzig Stunden in der Woche zu arbeiten, haben andere ein größeres Bedürfnis nach einem umfangreichen Privatleben und mehr Regenerationszeit.

Ganz wichtig ist es, sich nicht von außen unter Druck setzen zu lassen. Die eigene Balance zu finden ist nicht leicht, denn neben Fremderwartungen möchte man ja auch bestimmte Ansprüche an sich selbst erfüllen. Es ist also notwendig, dem Thema Work-Life-Balance etwas Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen, zumal das Thema ja seit einigen Jahren in aller Munde ist.

Wie gestalte ich mein Privatleben?

Wir haben das Thema bereits angedeutet, aber jetzt wird es Zeit, es ein wenig weiter auszuführen: Das Privatleben. Denn trotz aller Arbeit ist das ja ein ganz wichtiger Teil des Lebens und kann einen wichtigen Beitrag zu unserem Lebensglück leisten. Gleichzeitig ist das Privatleben immer ein ziemlich komplizierter Bereich, und Patentlösungen für alle Frauen gibt es praktisch nicht.

Glücklicherweise hat sich Deutschland hier liberalisiert und es gibt nicht nur die eine, klassische Beziehung zwischen Mann und Frau. Ob Frauen überhaupt eine feste Bindung eingehen, ist also wesentlich freier entscheidbar, und nicht immer ist die Frage so leicht mit Ja zu beantworten. Denn die Karriere kann für eine bestimmte Lebenszeit wichtiger sein oder wir haben einfach keine Lust, uns fest zu binden.

Mittlerweile kann man sich dies glücklicherweise frei aussuchen. Dass eine Partnerschaft etwas sehr Erfüllendes sein kann, ist dabei klar. Aber eine Beziehung, die nicht funktioniert, kann das eigene Leben auch schwer belasten. Daher gibt es durchaus zahlreiche Frauen, die lose Affären bevorzugen oder sogar lieber ganz alleine leben. 2018 heißt es hier also durchaus: Frei und nach den eigenen Wünschen leben!

Und was ist mit Kindern?

Auch im Jahr 2018 wünschen sich viele von uns eigenen Nachwuchs. Allerdings ist es schwieriger denn je, diesen zu planen. Denn heutzutage weiß man kaum, was in den nächsten Jahren passiert. So ist zum Beispiel die berufliche Situation selbst für die nahe Zukunft oft kaum zu kalkulieren, es sei denn, man ist verbeamtet.

Das macht es schon erheblich schwerer. Schließlich möchten wir unsere Kinder nicht des Berufs wegen durch das Halbe Land schleifen, wo sie jedes Mal die Schule und die Freunde wechseln müssen. Das kann für Kinder letztlich nicht gut sein und selbstverständlich wollen wir verantwortungsvoll handeln. Aber gleichzeitig ist die Zukunft schlussendlich immer unvorhersehbar und sollte uns daran nicht hindern, einen Kinderwunsch umzusetzen.

Ganz klar braucht man für die Kinderplanung eine stabile Partnerschaft. Das liegt nicht etwa daran, dass es nicht viele alleinerziehende Mütter gäbe, die ihre Kinder trotz aller Widrigkeiten erfolgreich großziehen. Aber einfacher wird es alleine eben nicht, das ist der entscheidende Punkt. Wenn man sich darauf verlassen kann, dass eine Arbeitsteilung mit dem Partner abgesprochen werden kann und die ganze Verantwortung nicht immer auf der eigenen Person lastet, werden wir mit großer Garantie glücklicher sein und das wirkt sich wiederum auf das Wohl des Kindes aus.

Stil und Kleidung 2018

Einmal fernab von diesen problematischen Fragen wollen wir selbstverständlich in Sachen Stil und Kleidung glänzen. Hier gibt es von der stringenten Business-Kleidung bis hin zu den lockeren Stilen eine riesige Variation, nur der eigene Geschmack und der richtige Anlass entscheiden dabei. Für das neue Jahr werden immer viele Trends erwartet, von denen vermutlich ein Jahr darauf schon wieder einige vergessen sein werden. Allerdings werden vermutlich auch einige bestehen und sich eventuell sogar als Klassiker etablieren.

Welche Trends

Im Jahr 2018 sind wieder eine ganze Menge innovativer Moden aufgekommen, die aber teilweise auch ältere Entwicklungen wieder aufgegriffen und weiterentwickelt haben, so oder so sind sie sehenswert und frisch. Praktischerweise sind auch einige Trends des Jahres 2017 aktuell geblieben, neue hinzugekommen und manche auch wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

So sind etwa die beliebten Logoshirts noch weit davon entfernt, out zu werden.

Während viele Frauen bislang eher dezente Gürtel bevorzugten, sind auffällige Varianten hier 2018 ganz groß herausgekommen. Dünne und dicke, auffällige und grelle Farben sind ebenfalls in den Fokus gerückt. Allerdings sind diese nicht für alle Zwecke tauglich: Im Businesskontext kann es schnell zu Irritationen führen, wenn wir auf einmal mit einem grellroten, dicken Gürtel mit ausladender Schnalle beim Meeting auftauchen.

Ein weiterer spannender Trend ist es, sich monochrom zu kleiden, also nicht etwa farblich abzuwechseln, sondern sich darauf zu konzentrieren, einen einzigen Farbton in der gesamten Kleidung durchzuziehen.

Eigene Persönlichkeit wahren