Bremen: Forever young: Mit Cremes und Injektionen gegen die Zeichen der Zeit

Bremen : Forever young: Mit Cremes und Injektionen gegen die Zeichen der Zeit

Von der ewigen Jugend träumen die Menschen schon lange. Bis heute kann man das Alter leider nicht aufhalten. Gegen die Zeichen der Zeit kann man aber einiges unternehmen. Das wichtigste Kennzeichen jugendlichen Aussehens ist dabei die Haut. „Ob es uns gut geht oder nicht, kann man buchstäblich an der Oberfläche unseres Körpers sehen. Daher sprechen wir auch von schöner Haut, wenn wir eine jugendliche Haut meinen”, erklärt die Dermatologin Uta Schlossberger.

Forschungen haben gezeigt: Um Anzeichen der Alterung zu mindern, ist Feuchtigkeit eines der besten Mittel. Denn sie sorgt dafür, dass die Haut von innen sanft aufgepolstert wird - kleine Fältchen verschwinden, der Teint wirkt insgesamt glatter und straffer.

Aber im Laufe der Jahre verliert das menschliche Gewebe seine Fähigkeit zur Feuchtigkeitsspeicherung. Hier kann die sogenannte Tiefenhydration helfen: „Dabei wird die Haut von innen mit wertvoller Feuchtigkeit versorgt. Während der Behandlung werden Mikroreservoirs von stabilisiertem Hyaluron in die Haut injiziert”, erklärt Hautarzt Stefan Duve. „Diese weiche, gelartige Substanz absorbiert Wasser und versorgt die Haut auch in den tieferen Schichten.” Ganz billig ist dieses Verfahren aber nicht: Mehrere Hundert Euro können pro Behandlung zusammenkommen.

Allergien sind bei der Injektion von Hyaluronsäure nicht bekannt. Denn auch wenn der Begriff zunächst sehr nach Chemie klingt: Hyaluronsäure ist ein reines Naturprodukt. Und sie leistet Erstaunliches: Ein Gramm kann bis zu sechs Liter Wasser binden. Darüber hinaus stützt sie die Kollagenfasern, fängt freie Radikale ab und polstert die Haut von innen auf.

Allerdings lässt die Produktion der Wunderwaffe im menschlichen Bindegewebe im Alter von rund 25 Jahren allmählich in ihrer Wirkung nach. Mittlerweile ist die Beauty-Forschung soweit, dass Hyaluronsäure, die heute aus Mikroorganismen wie Weizen gewonnen wird, auch von außen aufgenommen werden kann, durch Cremes und Seren.

Ein weiterer Baustein der jungen Haut ist das Kollagen. Dieses Protein ist mit rund 60 Prozent der Hauptbestandteil des Bindegewebes und sorgt für dessen Elastizität, sprich die Straffheit der Haut. Auch die Kollagenproduktion lässt im Laufe der Zeit nach. Dagegen kennt die Kosmetik heute zwei Möglichkeiten: zum einen Cremes, die die körpereigene Produktion anregen. Das tun etwa Peptide, die quasi eine Verletzung der Kollagen bildenden Zellen simulieren und somit ihre Reparaturmechanismen anregen.

Zum anderen gibt es minimal invasive Methoden. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das sogenannte Medical-Needling. „Dabei werden die Selbsterneuerungs-Mechanismen der Haut auf natürlichem Weg aktiviert und die Neuproduktion von Kollagen- und Elastinfasern angeregt”, erläutert Roman Zirwen, Arzt für Ästhetische Medizin und Anti-Aging in Bremen. Beim Medical-Needling macht sich die Kosmetik das Prinzip der Narbenbildung zu eigen: Eine Narbe besteht aus Kollagen, allerdings bildet sich das Gewebe unregelmäßig. Anders ist es bei sogenannten Mikro-Verletzungen. Diese sind so winzig, dass danach keine Narbe entsteht. Dennoch wird durch diese Verletzung die Bildung von neuem Kollagen angeregt, das sich gleichmäßig verteilt.

„Während der Behandlung werden zudem regenerierende Wirkstoffe, darunter auch Hyaluronsäure sowie Vitamine, von außen in die Haut geschleust, was die Wirkung verstärkt”, erklärt Zirwen. Allerdings sollte Medical Needling nicht angewandt werden bei Menschen, die eine Blutungsneigung haben oder die sich innerhalb des vergangenen Jahres einer Bestrahlung unterziehen mussten. Wichtig ist außerdem eine sorgfältige Hygiene: Auch bei mikroskopisch kleinen Verletzungen kann es sonst zu Infektionen kommen. Das Risiko dafür wird aber als sehr gering eingestuft. Preislich liegt die Behandlung bei rund 150 Euro. Empfohlen werden allerdings rund drei Wiederholungen im Abstand von zwei Monaten.

Neben den kosmetischen Maßnahmen wird ein weiterer Bereich innerhalb des Anti-Agings immer wichtiger: „Gesunde Ernährung zusammen mit ausreichend Schlaf und Verzicht auf Nikotin sind immer noch die wirksamsten Faktoren gegen frühzeitiges Altern”, bringt Uta Schlossberger es auf den Punkt. Dass viele Vitamine ursächlich für schöne Haut verantwortlich sind, weiß man inzwischen.

„Auch Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Zink sind heute feste Größen in der Anti-Aging-Ernährung. Das gilt auch für Polyphenole, die beispielsweise in Erdnüssen, Weintrauben oder Beeren vorkommen”, sagt Zirwen. Polyphenole gehören zu den wichtigsten Antioxidantien in unserer Ernährung. Antioxidantien sind in der Lage, freie Radikale zu bekämpfen. Diese aggressiven Sauerstoffteilchen gelten als eine der Hauptursachen für vorzeitige Hautalterung, weil sie sowohl die Proteine der Haut als auch die DNA der Zellen schädigen. Mit einer ausgewogenen Ernährung lassen sich diese Aggressoren aber in Schach halten.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung