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Berlin: Femme fatale, Pilot oder Denker - Trendige Sonnenbrillen

Berlin : Femme fatale, Pilot oder Denker - Trendige Sonnenbrillen

Mode soll nicht verkleiden. Sie soll die Persönlichkeit ausdrücken und unterstreichen. Das gilt auch für Sonnenbrillen. In diesem Sommer sind vor allem drei Formen in Mode: Die Panto-Brille, Rahmen in Form von Katzenaugen und die coole Pilotenfassung. Modeexperten verraten, welcher Gesichtsform was steht.

Die Denkerbrille: Johnny Depp und Woody Allen tragen die Panto-Brillen schon seit den 80er Jahren, im Jahr 2011 wurden sie von Mode-Insidern entdeckt und seither gefördert. Spätestens 2013 sollte aber jeder erkannt haben: Diese Brille ist ein absolutes Must-Have, sagt Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen (KGS) in Berlin. Panto-Brillen wurden in den 40er Jahren vor allem von Intellektuellen getragen und waren damals erstmals beliebt. Heute sind sie bei Männern und Frauen gleichermaßen en vogue.

Und dies verdanken sie vor allem ihrer weichen Form: „Die klassische Panto-Brille ist oben oval abgeflacht und unten rund”, beschreibt Jürgen Meyer, Vizepräsident vom Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) in Düsseldorf. „Panto-Brillen schmeicheln besonders bei eckiger Gesichtsform, da sie die Kanten des Gesichts sanfter wirken lassen”, erläutert die Personal Shopperin Sonja Grau aus Ulm. Generell sei die Panto-Brille aber für viele verschiedene Gesichtstypen geeignet, da sie sich sehr harmonisch in die Anatomie einfüge.

Die Katzenaugenbrille: Ein Modell, das nicht zu jedermanns Charakter und Stil passt, ist die sogenannte Cateye-Brille. Die auffällige Sonnenbrille für Frauen mit Rahmen und Gläsern in Form von Katzenaugen stammt auf den 50er Jahren. „Cateye-Brillen stehen vor allem femininen Typen sehr gut”, sagt Brillenexpertin Kruschinski.

Auch die farbliche Gestaltung der meisten Cateye-Brillen ist sehr weiblich: In den neuen Kollektionen finden sich Modelle mit Leopardenmuster und in zartem Rosé. Grau empfiehlt bei solchen sehr dominanten und großen Brillen, auf opulente und ausgefallene Accessoires in der Nähe des Gesichtes zu verzichten. „Ein Hut oder eine halsnahe üppige Kette stehlen der Sonnenbrille unnötig die Schau.”

Die Pilotenbrille: Frauen, die den sportlichen Look bevorzugen, sollten in dieser Saison zur Lieblings-Sonnenbrille der Männer greifen: der Pilotenbrille. „Mit der Aviator-Brille können Frauen ihren sportlich, lässigen Look unterstreichen oder aber auch einen Bruch in einem feminin, romantischen Outfit schaffen”, sagt Kruschinski. Für Augenoptiker Meyer ist die Pilotenbrille mehr als ein modischer Klassiker: „Dank ihrer Form und den großen Gläsern bietet die Pilotenbrille einen sehr guten Schutz vor der UV-Strahlung.”

Die klassische Aviator-Brille hat Gläser in Tropfenform, eine filigrane Metallfassung sowie den Doppelsteg über der Nase. Auch die Modelle in diesem Sommer sind so gestaltet - etwa bei Cinque. Nur werden sie zusätzlich in ausgefalleneren Farben zu finden sein, berichtet Meyer. In Orange getaucht sind zum Beispiel die Bügelschoner und die Gläser des Modells von Fossil für Männer oder bei Marc Cain nur die Bügel in Pink oder Gelb.

Denn farblich ist diesen Sommer alles erlaubt: Die Designer verwenden für ihre aktuellen Kollektionen Knallfarben wie Pink, Azurblau oder Sonnengelb. Aber auch milchige Pastelltöne wie Minze, Rosé oder Beige liegen laut Stilberaterin Grau im Trend. Marc Cain hat zum Beispiel ein auffälliges Katzenaugen-Modell in sanftes Gelb getaucht. „Kaum eine Brille ist diese Saison durchgehend uni - viele Farben treten im Duo auf”, sagt Kruschinski. So etwa Sonnenbrillen mit farblich dezenten Fronten und knalligen Farben im Innenbereich oder wie bei Annette Görtz mit einem gelben Rahmen und eher unauffälligen braunen Bügeln. Bunter als bei Oakleys gebt es kaum: Bügel, Rahmen und Gläser haben hier verschiedene Farben.

Kombiniert werden auch Materialien, sagt Grau. So finden sich unter den aktuellen Modellen Fassungen aus transparentem Acetat, durch das die polierten Metallbügel und das Logo hindurchschimmern, sagt Kruschinski. Oder filigrane Holzbügel halten Fassungen aus Titan oder Stahl, Acetatbügeln im Animal- oder Stoffdessins tragen goldene Metallfassungen. Oder die sonst metallene Pilotenbrille besteht wie bei Marc OPolo nun aus Acetat.

Ihre ausgefallene Farbgestaltung beschränken die meisten Designer aber auf die Fassungen und belassen die Gläser in Naturtönen wie Braun, Grau oder Dunkelgrün, erläutert Kruschinski. Einige Modelle fallen jedoch aus dem Rahmen und mit pinken, grasgrünen oder indigoblauen Gläsern auf.

Meyer warnt aber vor der möglichen farbverfälschenden Wirkung: „Sonnenbrillen mit pinken, blauen oder violetten Gläsern sind zum Autofahren nicht geeignet.” Wem farbige Gläser zu grell und Naturtöne zu langweilig sind, dem rät Kruschinski zu verspiegelten Gläsern. Diese haben zwei Vorteile: Sie reduzieren die Lichtmenge, die auf das Auge fällt, und sie verdecken die Augen komplett - für das perfekte Pokerface.

(dpa)