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Frankfurt/Main: Eine glatte Sache: Die Beinhaare müssen ab

Frankfurt/Main : Eine glatte Sache: Die Beinhaare müssen ab

Die warme Jahreszeit kündigt sich an - und damit auch die Saison der kurzen Röcke, knappen Shorts und sexy Kleider. Für die große Mehrheit der Menschen heißt das: Die Haare müssen ab, unter den Achseln, an den Beinen, in der Bikinizone. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Methoden, mit denen Frauen die lästigen Härchen entfernen können.

Schnell und einfach geht das mit dem Nassrasierer. „Das erste dieser Modelle wurde bereits 1915 der Öffentlichkeit vorgestellt, von King Camp Gillette”, erzählt Birgit Huber, stellvertretende Geschäftsführerin des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW) in Frankfurt. Der Rasierer trug den Namen „Milady Decolleté”. Huber schätzt, dass heute gut die Hälfte der Frauen, die sich zu Hause die Haare selbst entfernen, auf den Nassrasierer zurückgreift. Seine Vorteile liegen auf der Hand: Diese Methode geht schnell und lässt sich quasi nebenbei unter der Dusche erledigen.

Die Haut kann aber brennen und mit Rötungen, Schuppen und Ekzemen auf die Rasur reagieren. „Auch eine Haarbalgentzündung kann nach der Rasur auftreten, was zu vielen kleinen eitrigen Pickelchen führen kann, gegebenenfalls mit starkem Juckreiz”, erläutert der Dermatologe Heiko Grimme vom Hautzentrum am Kurpark Stuttgart. Darüber hinaus bilden sich beim Nachwachsen Stoppeln, die durch die Reibung an der Kleidung unangenehm sein können und unter Umständen auch zu einer Hautreizung führen.

Beinahe ebenso bekannt wie Rasierer sind die Enthaarungscremes oder -Schäume, die man im Drogeriemarkt bekommt. Ihre Inhaltsstoffe basieren oftmals auf Schwefel, der das Protein Keratin - den Hauptbaustein des Haars - angreift und schwächt. Das Resultat: Nach einer Einwirkzeit lassen sich die Härchen mit einem Spachtel abtragen. Auch das geht schnell, problemlos und einfach. Die Nachteile der Methode sind die gleichen wie beim Rasieren. Aber der Dermatologe Grimme sagt: „Die Enthaarungscreme wird meist, wenn auch nicht immer, gut vertragen.” Und sie funktioniere deutlich besser bei dünneren als bei dicken Haaren.

Seit geraumer Zeit setzen sich Hightech-Methoden zur Haarentfernung mehr und mehr durch. Die IPL ist eine davon. Die Buchstaben stehen für „Intense Pulsed Light”, also Licht mit intensiver Pulsierung. Dahinter verbirgt sich eine hochkomplexe Technologie, die das Haar an der Wurzel verödet und damit dauerhaft entfernt. Allerdings funktioniert diese Methode nur bei Haaren, die sich aktuell im Wachstum befinden. Daher sind mehrere Anwendungen nötig.

Ein Laserstrahl, eine weitere Methode, ist pures Licht, das Energie abgibt. Das Haar nimmt diese Energie auf und leitet sie in seine Wurzel. Diese werden zerstört, so dass sie nicht mehr nachwachsen. „Bei der Haarentfernung sind beide Geräte gleichwertig”, sagt Claudia Borelli, Leiterin der Einheit für Ästhetische Dermatologie und Laser an der Universitäts-Hautklinik Tübingen.

Sie steht dem Trend zur heimischen Haarentfernung mit solchen Geräten allerdings skeptisch gegenüber. „Zwar sind solche Geräte in ihrer Wirkung nicht mit professioneller Haarentfernung vergleichbar”, erläutert sie. „Aber es gibt meiner Meinung nach viel zu wenig Studien, die sich konkret mit Nebenwirkungen dieser Heimgeräte beschäftigen.” Darüber hinaus müsse man sich klarmachen: „Als Facharzt muss man seine Kenntnisse im Umgang nachweisen, als Laie kann man diese auch ohne Vorkenntnisse, insbesondere der Risiken anwenden.”

Dennoch sieht es aktuell so aus, als sei der Siegeszug solcher Geräte in das häusliche Badezimmer nicht aufzuhalten. „Wenn man so mutig ist, ein solches Gerät für zu Hause zu benutzen, sollte man vor allem die Gebrauchsanweisung sorgfältig lesen”, rät Borelli. Und ganz wichtig: „Auf Augenschutz niemals verzichten.” Stellen mit Tätowierungen, Leberflecken und Narben sollten keineswegs mit der Lichttechnologie bestrahlt werden.

„Darüber hinaus ist es wichtig, nach einer Behandlung das Sonnenlicht strikt zu meiden”, erklärt die Ärztin. „Wenn man doch nach draußen muss, unbedingt ein Sonnenschutzmittel mit LSF von 50 benutzen.” Der achtsame Umgang mit solchen Geräten ist auch deshalb wichtig, weil etwa die Einnahme von bestimmten Medikamenten zu Überreaktionen führen kann, erklärt Jürgen Ripperger vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE).

Alles in allem ist die neueste Generation der Laser- und IPL-Geräte jedoch mit einigen hilfreichen Tools versehen, die Risiken minimieren sollen. Für eine individuelle Behandlung sind moderne IPL-Geräte zusätzlich mit einem Hautsensor ausgestattet, der die unterschiedlichen Hauttöne vor jeder Behandlung misst und anschließend automatisch die optimale Leistung sowie Impulsdauer und -zeit einstellt. Dennoch ist eine vorherige Beratung durch einen Dermatologen auf jeden Fall zu empfehlen.

Der VDE selbst rät auch, auf sein Sicherheitszeichen zu achten - mit den drei Buchstaben in einem Dreieck. „Nur dann ist gewährleistet, dass das jeweilige Produkt nach anerkannten Normen auf alle Gefahrenpotenziale hin überprüft wurde”, erklärt Ripperger. „Getestet werden neben elektrischen auch mechanische, thermische und andere produktspezifische Risiken.” Der Produktexperte rät, sich zu vergewissern, dass auf der Verpackung die wichtigsten elektrischen Daten zu Spannung, Strom und Leistung sowie Warnhinweise vermerkt sind. „Verbraucher sollten ferner darauf achten, dass eine deutsche, gut und verständlich lesbare Bedienungsanleitung beiliegt und der Name des Herstellers genannt ist.”

(dpa)