Berlin: Die Entwicklung von Shopping-Clubs in Deutschland

Berlin: Die Entwicklung von Shopping-Clubs in Deutschland

Vor 10 Jahren begann der Aufstieg der Shopping-Communitys in Deutschland. Dabei handelt es sich um Plattformen im Internet, die Mode, Elektronik und Reisen zu niedrigen Preisen anbieten, aber nur für registrierte Mitglieder. Doch was steckt hinter dieser künstlichen Verknappung von Konsumgütern und was bedeutet dies für den Endverbraucher?

Das Konzept von Shopping-Communities

In Frankreich ist das Konzept schon länger ein Erfolg. Der französische Shopping-Club Vente-Privee gilt als Vorbild für alle Shopping-Communitys und ist weltweit vertreten. Registrierte Mitglieder werden über Aktionen informiert und können für eine kurze Zeit Markenartikel zu reduzierten Preisen erwerben.

Durch das begrenzte Kontingent an Artikeln kommt jedoch nur eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern in den Genuss der Schnäppchen.

Dieses besondere Geschäftsmodell haben seitdem viele Anbieter übernommen, unter anderem auch der Online-Shop Zalando, der in seinem Shopping-Club Zalando Lounge nicht nur exklusive Trends von hochwertigen Marken zu niedrigen Preisen anbietet, sondern seine Mitglieder beispielsweise auch über Mode-Trends informiert.

Die Mechanismen hinter einer Shopping-Community sind denkbar einfach. Das Club-Konzept sorgt für die Exklusivität der Community, auch wenn man bei den wenigsten Shopping-Clubs eine Einladung eines Mitgliedes braucht, um sich für die Nutzung der Angebote registrieren zu können.

Durch die Aktionen, auf die die Anbieter ihre Mitglieder meist per Newsletter aufmerksam machen, werden Bedürfnisse geweckt anstatt vorhandene Wünsche zu erfüllen.

Zudem bieten die Shopping-Communitys die Ware als Flash Sale an, also nur für eine begrenzte Zeit und in limitierter Stückzahl.

Wie die günstigen Preise zustande kommen

Das Geschäftsmodell kommt der deutschen Schnäppchenmentalität entgegen, denn Mitglieder können Ware mit bis zu 70 Prozent Rabatt vom empfohlenen Herstellerpreis erwerben. Möglich wird dies durch das Prinzip der Überproduktion. Laut Logistik-Experte Björn Asdecker liege die Marge bei der Herstellung von Markenware oft bei 300 bis 400 Prozent, denn Unternehmen produzieren eher zu viel als zu wenig.

Restware wie eine Hose mit einem Fertigungspreis von 20 Euro könne im Outlet oder Shopping-Club noch für 50 Euro verkauft werden. Weiterhin haben die Anbieter von Shopping-Clubs keine Lagerkosten, da sie die Ware beim Hersteller reservieren und erst nach Abschluss der Aktion ordern. Dadurch entstehen zwar Lieferzeiten von bis zu 4 Wochen, jedoch steigt dadurch auch die Vorfreude beim Kunden.

Wachstum in der Shopping-Club-Branche erwartet

Auch wenn der Anteil der Shopping-Clubs am Versand- und E-Commerce-Handel im Jahr 2014 mit 0,6 Prozent gering war: die Prognose für dieses Geschäftsmodell ist durchweg positiv. Betrug der Umsatz von Online-Shopping-Clubs 2015 noch 780 Millionen Euro, wird für das Jahr 2020 ein Anstieg des Umsatzes auf über 2 Milliarden Euro erwartet.

Zwar werden Shopping-Communitys den gängigen Online-Shops vorerst nicht den Rang ablaufen, jedoch sind sie für Unternehmen wie Zalando, die zweigleisig fahren, eine Möglichkeit, den Kunden noch stärker an den Konzern zu binden und die Nachfrage zu bedienen.

(rd)