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Düsseldorf: Dicke Sohlen für den Winter: Drei Trends der neuen Schuhmode

Düsseldorf : Dicke Sohlen für den Winter: Drei Trends der neuen Schuhmode

Es gab Zeiten, da waren Winterschuhe im Trend, die nicht für den Winter gemacht waren. Helle Stiefel etwa mit dünnen und rutschigen Sohlen - für eine Jahreszeit mit glatten Straßen! Aber die Mode schafft nun den Spagat. Die drei Haupttrends im Überblick:

- Trend 1 - Die Farben: Die Experten des Fashion-Pools Modeurop haben für die Schuhmesse GDS früh in die Kollektionen schauen können und entdeckt: Im Herbst setzen die Hersteller vornehmlich auf die Farben der Nacht, also Schwarz, Violett, dunkles Kardinalrot und tiefes Blau. Daneben ist die Farbwelt eines herbstlichen Nebeltages beliebt - also kühle blau- und graustichige Farben wie Kiesel, Marmor und Granit. Die dritte Farbwelt ist inspiriert vom bunten Laub der Bäume: Warme Braun- und Gelbtöne wie Karamell, Honig und Bernstein gehören in diese Gruppe, außerdem Cognac und ein dunkles Braun.

Schuhsohle mit einem Profil wie Winterreifen: Deichmann setzt bei diesem Modell zum Beispiel auf diese dicke Unterlage (ca. 45 Euro). Foto: Deichmann

Was in den Kollektionen besonders auffällt: Nur weil die Farben nicht knallen, sind die Schuhe nicht langweilig. „Auch wenn die Farben sehr dezent sind, spannende Geschichten sind dieses Mal beim Material zu finden”, erklärt Claudia Schulz vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie. Die eher dunklen Schuhe werden manchmal mit Gold besprüht oder mit Pailletten und Lack aufgepeppt. Ein anderer Hingucker sind Tiermuster, sie bleiben in Mode.

Viele der angesagten Stiefel oder Stiefeletten sind so gestaltet, dass Teile nach außen geklappt werden können und so das Innenfutter sichtbar ist. Auch Unützer hat so ein Modell im Programm (580 Euro). Foto: Unützer

Der Tipp: Wem die Schuhe nicht genug auffallen, kann sie selbst aufpeppen: Modeberater Andreas Rose rät, in die Stiefeletten im Bergsteiger-Stil Schnürsenkel passend zur Handtasche zu ziehen.

Stiefeletten werden nun gerne zum Schnüren angeboten - was Cowgirls einst im Mittleren Westen trugen. Hier ein Beispiel von Neosens (ca. 200 Euro). Foto: Neosens

- Trend 2 - Dicke Sohlen: Was in Mode ist, passt selten auch zur Jahreszeit. Aber jetzt! Manche Modelle haben Profile wie Winter- oder gar Traktorreifen. Sogar die Sneaker der Saison wirken wie aufgebockt. „Bodenbetonung und dadurch auch Bodenhaftung”, fasst Schuhexpertin Claudia Schulz den Trend zusammen.

Dicke Sohlen sind im Trend - sogar Sneaker wirken diesen Winter wie aufgebockt. Etwa dieses Beispiel von Tamaris (ca. 70 Euro). Foto: Tamaris

Was in den Kollektionen besonders auffällt: Sogar die Absätze der Stiefel und Pumps sind meist eher dick und breit. Dieser Trend hat laut den Modeurop-Experten einen Grund: Die Säume der trendigen Hosen sind weiter geworden, breite Marlene-Modelle zum Beispiel sind angesagt. „Dünne Pumps und Ballerinas verschwinden darunter, daher brauchen wir wieder mehr Volumen am Fuß”, erläutert Schulz.

Der Schuh sieht aus wie für einen Mann gemacht, ist aber für die Frau: Modelle wie dieser Halbschuh von Bugatti liegen derzeit im Trend (ca. 70 Euro, erhältlich ab September). Foto: Bugatti

Der Tipp: Wie es so oft in der Mode ist: So neu sind die Trends dann doch nicht. Daher rät Modeberater Rose: Wer noch Stiefel aus den 1990er Jahren im Schrank hat, kann diese getrost wieder hervorholen.

Viele Schuhe zieren aktuell Elemente der Cowboymode, diesen Schuh von s.Oliver zum Beispiel Fransen (ca. 80 Euro). Foto: s.Oliver

- Trend 3 - Western-Symbole: Viele Stiefel, Pumps und Halbschuhe sind verziert mit Spangen und Schnallen, auf die so mancher Cowboy neidisch wäre. „Die Ankle Boots werden häufig geschnürt”, berichtet Andreas Rose von seinen Beobachtungen. „Viele Schuhe haben auch andersfarbige Kappen, das fällt auf.” An manchen findet man das Karomuster der Cowboy-Hemden oder Fransen.

Die bis vor kurzem noch meist schmalen Absätze haben an Masse gewonnen. Dazu liegen im Trend oft dunkle Töne wie ein tiefes Lila, aber auch zarte Pastellfarben finden sich in den Kollektionen - etwa bei The Art Company (145 Euro). Foto: The Art Company

Was in den Kollektionen besonders auffällt: Viele Stiefel sind mit dickem Fell verziert, im Innenschuh wie auch außen. Diese kuscheligen Modelle sind natürlich praktisch in punkto Wärme. Und sie sind so gestaltet, dass man Teile des Schaftes oder die Lasche umklappt und so das weiche Innenfutter nach außen kommt - ein zusätzlicher Hingucker.

Nur auf den ersten Blick ist dieser Frauenschuh von Unisa einfarbig: Er trägt aber verschiedene Töne einer Farbfamilie, darunter auch das Muster von Reptileinhaut in Bronze (ca. 120 Euro). Foto: Unisa

Der Tipp: Die Cowboystiefel haben einen Nachteil, findet Andreas Rose: Ihre Schnallen können sich an Strumpfhosen und Röcken verhaken und reißen vielleicht Löcher hinein. Daher rät er, beim Kauf den Praxistest beim jeweiligen Modell zu machen.

Kunstfell hält warm und ist dekorativ: An viele Schuhen wie hier von Marc Cain findet sich kuscheliges Innenfutter auch als Zierde außen am Schuh (ca. 530 Euro). Foto: Marc Cain
(dpa)