1. Leben
  2. Lifestyle

Berlin: Bitte nur jeder ein Stück: Auffällige Accessoires stehen für sich

Berlin : Bitte nur jeder ein Stück: Auffällige Accessoires stehen für sich

Große Hüte, schwere Ketten oder edle Handschuhe: Die Accessoires im Herbst und Winter sind alles andere als unauffällig. Jedes einzelne Stück zieht Blicke auf sich. Deshalb hat die Frau in der kommenden Saison die Qual der Wahl: Sie muss sich für wenige Stücke oder gar nur ein extravagantes Accessoire entscheiden. „Das Outfit kann sonst überladen wirken”, sagt die Modeberaterin Anika Götze aus Berlin.

Ein Must-have im Herbst und Winter sind etwa Tücher aus Seide, erläutert die Einkaufsberaterin Simone Piskol aus Heidenau bei Dresen. Diese ersetzen zu einem Dreieck gebunden einen Schal. Zudem kann die Frau in der kalten Jahreszeit mit langen Handschuhen aus Leder punkten, etwa unter Capes und Kurzmänteln mit Dreiviertelarm. Wer es mondäner mag, trägt laut Götze Hut. Dabei liegen vor allem Modelle mit breiter Krempe aus Filz im Trend.

Gürtel sind ein Hingucker im Herbst - wie dieses auffällige Modell von Marc Cain. Foto: dpa

Trendscout Denise Med aus München hat für die kommende Saison handtellergroße Blütenbroschen mit Kristallglassteinen ausgemacht. „Das kann als It-Piece mit einem komplett schwarzen Outfit sehr spannend sein.” Auch Ohrringe werden wieder größer - dafür trage man kein Paar, sondern nur einen einzigen. Bei der Filmpreisverleihung Golden Globes sah man beispielsweise die Schauspielerin Emma Watson („Harry Potter”) mit großen Kunstharzperlen von Dior - an eben nur einem Ohr. Dieselbe Asymmetrie sei bei Hänge-Ohrringen zu beobachten, im Trend liegen beispielsweise Stücke mit Fransen.

Ketten haben laut Med auffällige Anhänger mit etwa Schmucksteinen. Götze beobachtet, dass die Statement-Kette, die schon in der vergangenen Saison zu sehen war, nun noch opulenter sei und auf schlichten Pullovern als Kragenersatz verwendet werde.

Die Accessoires finden sich im Handel oft im sogenannten Smokey-Look. In die Farben mischten sich dunklere Glitzerpartikel, erklärt Med. Zwar seien Metalltöne schon in der vergangenen Saison zu sehen gewesen, nun seien die Glitzerpartikel aber größer. Die Farben Schwarz und Weiß seien in Mode.

In dunkleren Farben als zuletzt gibt es viele Taschen, berichtet Martin Wuttke, Modeexperte der Internationalen Lederwarenmesse Offenbach. Unauffällig sind diese Accessoires deswegen aber nicht: Denn zu den gedeckten Farben kommen Schimmer-Effekte, glänzende Oberflächen und Prägungen, die an die Haut von Echsen oder Krokodilen erinnern. „Das hat einen hohen Glamour-Faktor”, findet Wuttke. Verbunden wird dieser dunkle Schick mit geometrischen Formen, die Taschen sind beispielsweise quadratisch.

Gleichzeitig steht laut Wuttke das Thema Vintage immer noch hoch im Kurs: Aktuell sind Ledertaschen mit punkigen Elementen ein Blickfang - passend zum Trend bei der Frauenkleidung, Punkelemente der 70er Jahre zu nutzen. „Stellen Sie sich die typische Chanel-Tasche mit Rautensteppung vor - allerdings auf Rocker getrimmt”, beschreibt Wuttke den Taschentrend. Dazu dienten Fransen, Nieten, Reißverschlüsse und Ösen. Oder es gibt Beuteltaschen aus Leder mit nach unten heller werdenden Fransen. „Interessant ist, dass Kunstleder nicht mehr verpönt ist, sondern sich auch im hochwertigen Bereich komplett etabliert hat”, sagt Med.

Neben Taschen spielt in der kommenden Saison der Gürtel eine wichtige Rolle. „Er wird allerdings um die Taille gebunden und betont diese beim Tragen von Tuniken, Kleidern und Mänteln”, erklärt Piskol. Alternativ zum Ledergürtel könne man dazu ein Tuch nutzen.

Auffällig findet Götze, dass sich die Accessoires anders als in vergangenen Jahren nicht mehr als bunte Farbtupfer von der Kleidung absetzen, sondern in einem ähnlichen Ton gehalten sind. „Sind etwa Tasche und Mantel aus der selben Farbfamilie, wirkt das sehr edel”, sagt sie.

Dasselbe gilt für ihn: „Männer haben eine bestimmte Farbe oder ein bestimmtes Muster und das zieht sich dann durch das gesamte Outfit.” Männer tragen im Herbst und Winter verstärkt Schals, und das bis über die Schulter. Dazu gebe es farblich passende Handschuhe. Daneben sieht Piskol Krawatten weiter im Kommen. Diese seien eher schmal, so um die sechs Zentimeter breit. Auch das Einstecktuch habe wieder Konjunktur. „Insgesamt zeigen sich die Männer passend zu den Damen im Herbst und Winter von ihrer schicken Seite”, fasst die Modeberaterin die Trends zusammen.

(dpa)