München: Zugluft kann Verspannungen und Hexenschuss verursachen

München: Zugluft kann Verspannungen und Hexenschuss verursachen

Ein kontinuierlicher kühler Luftzug am Hals kann mehr als lästig sein. Wenn das Gebläse der Klimaanlage im Sommer direkt auf den Nacken pustet, leiden viele Menschen nach kurzer Zeit unter schmerzhaften Verspannungen.

„Der kalte Hauch lässt die Haut abkühlen, und die darunter liegenden Muskeln verspannen sich”, erklärt der Münchner Orthopäde Hartmut Gaulrapp vom Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. Auf Dauer führe dies zu einer Nervenreizung, die für die Schmerzen verantwortlich sei.

Die Nackenregion ist laut Gaulrapp besonders oft betroffen, weil hier viele Nervenstrukturen zusammenlaufen und die Muskulatur sehr empfindlich ist. Außerdem sei der Nacken meistens unbedeckt.

Wer „im Zug” sitzt, sollte deshalb besser an einen geschützten Ort wechseln oder sich einen Schal umlegen. Denn vor allem, wenn die kalte Luft auf einen verschwitzten Rücken treffe, könnten empfindliche Menschen auch schnell Kreuzschmerzen oder gar einen Hexenschuss bekommen, warnt der Orthopäde.

Meistens jedoch seien die durch Zugluft verursachten Verspannungen zwar unangenehm, aber nicht weiter bedrohlich, betont Gaulrapp. Bei dauerhaften Beschwerden genügten meist leichte Schmerzmittel zur Behandlung. Wärmende, durchblutungsfördernde Salben brächten dagegen zwar etwas Linderung, die verspannten Muskeln könnten sie aber nicht lösen, da der Wärmereiz lediglich an der Hautoberfläche wirke, betont der Orthopäde.

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