Zu viel Magensäure – Folgen für die Gesundheit

Gefährlicher Reflux : Zu viel Magensäure: Folgen für die Gesundheit

Ohne Säure im Magen funktioniert unsere Verdauung genauso wenig wie die Keimabwehr. Zu viel Magensäure ist jedoch ebenfalls problematisch. Das kann sich durch verschiedene Beschwerden unangenehm bemerkbar machen und in einigen Fällen sogar Erkrankungen zur Folge haben.

Zu viel Magensäure: Folgen im Überblick

Die Folgen von zu viel Magensäure können von Sodbrennen bis Magengeschwür reichen – und damit sehr vielfältig sein. Ausschlaggebend ist dabei nicht nur die Menge der Säure, sondern auch der Zeitraum, über den der Körper sich mit dem Überschuss auseinandersetzen muss.

Sodbrennen und Reflux aufgrund von zu viel Magensäure

Das wohl bekannteste Symptom bei zu viel Magensäure ist das Sodbrennen. Besonders nachts im Liegen kann die Säure mitsamt Mageninhalt den Pförtner, den Schließmuskel des Magens, überwinden und zurück in die Speiseröhre strömen. Im Gegensatz zum Magen sind die Schleimhäute der Speiseröhre jedoch nicht speziell gegen die Magensäure geschützt. Die Folge sind Schmerzen, vor allem hinter dem Brustbein.

Steigt die Säure noch höher, kann sie auch diese Beschwerden mit sich bringen:

  • Halsschmerzen
  • (Reiz-)Husten
  • unangenehmer Mundgeruch
  • brennendes Gefühl im Mund

Dass die Folgen nicht nur auf den Magen beschränkt sind, zeigt vor allem der chronische Verlauf der Refluxkrankheit (Rückfluss von Magensäure). Etwa ein Viertel aller Deutschen hat mit Beschwerden wie einem Engegefühl im Rachen, Kehlkopfentzündungen, Husten, ständiger Heiserkeit oder einem Kloß im Hals zu kämpfen. Bei starkem Reflux lassen sich diese Folgen noch recht leicht auf die Säure im Magen zurückführen. Bei wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen, asthmaartiger Atemnot oder Problemen mit den Ohren denken die wenigsten Betroffenen an den Reflux. Er kann aber auch dafür die Ursache sein.

Magenschleimhautentzündung durch zu viel Säure im Magen

Obwohl der Magen vor seiner eigenen Säure geschützt ist, kann ein Überschuss davon auf Dauer auch die Magenschleimhaut angreifen. Hält die Überproduktion von Säure im Magen an, kann daraus eine Gastritis entstehen. Eine solche Magenschleimhautentzündung kann recht plötzlich eintreten, sich aber auch sukzessive über einen längeren Zeitraum entwickeln. Betroffene leiden dann beispielsweise unter:

  • saurem Aufstoßen
  • Völlegefühl
  • Schmerzen in der Magengegend
  • Sodbrennen
  • Übelkeit und Erbrechen

Bleibt die Gastritis unbehandelt, ist es möglich, dass schließlich ein Magengeschwür entsteht. Dieses nimmt in der angegriffenen Schleimhaut ihren Anfang, kann aber auch in die darunterliegenden Gewebsschichten vordringen und unbehandelt bis in die Muskelschicht des Organs hineinwachsen. Eine mögliche Komplikation sind Blutungen.

Folgen von zu viel Magensäure für den Zwölffingerdarm

Während die Folgen von zu viel Magensäure für die Organe oberhalb des Magens recht bekannt sind, werden die für den Zwölffingerdarm (erster Darmabschnitt) eher selten bedacht. Der Magen verfügt auch am anderen Ende zum Zwölffingerdarm hin über einen Schließmuskel, der ebenfalls nicht immer dicht hält. Mögliche Folgen sind Reizungen und Geschwüre.

Die Symptome des Zwölffingerdarmgeschwürs gleichen häufig den Symptomen des Magengeschwürs. Neben Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch klagen Betroffene außerdem noch über Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Darüber hinaus können Blutungen entstehen.

Bedingt durch zu viel Magensäure ist das Blut allerdings nicht mehr rot, sondern der Stuhl erscheint dann schwarz (Teerstuhl). In einigen Fällen kann es auch zu einem Darmdurchbruch kommen, was lebensgefährlich ist. Daher ist es wichtig, bei Verdacht auf ein Zwölffingerdarmgeschwür einen Arzt aufzusuchen, der die weiteren nötigen Schritte einleitet.

Das können Sie bei zu viel Magensäure tun

Oft sind es unsere Essgewohnheiten, die zu viel Säure im Magen begünstigen:

  • fettes, scharfes oder stark gewürztes Essen
  • fleischreiche Gerichte
  • unregelmäßige Essenszeiten
  • bestimmte Lebensmittel (z.B. kohlensäurehaltige Getränke oder Zitrusfrüchte)

Mit einer angepassten Ernährung und Lebensweise lässt sich das Problem mitunter schon lösen. Auch ein Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten bessert oft die Beschwerden. Nehmen die Betroffenen Schmerzmittel ein – was ebenfalls ein Grund für zu viel Magensäure sein kann –, sollten sie sich mit ihrem Arzt beraten, ob es magenschonendere Alternativen gibt.