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Zu den häufigsten Läuse-Mythen

Plagegeister : Läuse-Mythen: Was ist wahr? Und was nicht?

Um die Plagegeister Läuse ranken sich einige Mythen. Doch was stimmt über die kleinen Blutsauger am Kopf wirklich? Und was sind letztendlich Irrtümer über Läuse?

Mythos 1: „Bei Kopflausbefall müssen Haare fallen.“

Alles rund um Läuse lässt bei vielen die Nackenhaare zu Berge stehen. Bei manchen mögen die Bilder von radikal gekürztem Kopfhaar oder gar einer Kahlrasur vor dem inneren Auge auftauchen, wenn die Rede von einem Lausbefall ist. Doch diese Maßnahmen sind heutzutage vollkommen unnötig. Viel mehr kommt mitunter bei den Betroffenen das Gefühl auf, bestraft zu werden. Vor allem Kinder können diesen Schritt nicht nachvollziehen. Mithilfe von wirksamen und nach Anleitung angewendeten Entlausungsmitteln aus der Apotheke gehören kurz geschorene Haare der Vergangenheit an.

Mythos 2: „Kopfläuse verbreiten sich über Kleidungsstücke.“

Diese Aussage stimmt so nicht und zählt zu den Irrtümern über Läuse. Denn eine Kopflaus – der Name verrät es schon – fühlt sich vor allem im Haar am wohlsten. Dort ist es ausreichend warm und in den Haaren ist die Laus geschützt.

Läuse verbreiten sich, wenn die Köpfe im wahrsten Sinne des Wortes zusammengesteckt werden, wie es bei Kindern während des Spielens häufiger vorkommt. Denn springen können Läuse nicht, es muss ein direkter Kontakt, zum Beispiel der Haare, bestanden haben.

Nur in Ausnahmefällen verirrt sich eine Laus auf Gegenstände oder Kleidungsstücke. Dann sind, wenn überhaupt, Kämme, Bürsten, Kopfbedeckungen oder vielleicht das Lieblingskuscheltier des Kindes betroffen. Fernab vom menschlichen Körper trocknen die Blutsauger aus. Ohne Nahrung sterben Läuse nach einigen Stunden, maximal 3 Tagen. Wenn Betroffene sich dadurch sicherer fühlen, können die genannten Gegenstände für diese Zeit in einer gut verschlossenen Plastiktüte aufbewahrt werden. Danach sollten alle Läuse darin tot sein.

Mythos 3: „Haustiere verbreiten Kopfläuse“

Zu viel mit dem Hund oder der Katze geschmust? Und nun kratzt es am Kopf? Das ist einer der falschen Läuse-Mythen, diesen Weg gehen die kleinen Krabbeltiere für gewöhnlich nicht. Denn sie sind spezialisiert: Wenn jemand von Läusen betroffen ist, dann ist der Befall durch eine Kopflaus erfolgt, Tierläuse haben kein Interesse an Menschenblut. Das heißt, dass das Haustier weder verantwortlich zu machen ist – noch mit behandelt werden muss.

Mythos 4: „Es müssen alle Familienmitglieder entlaust werden.“

Trifft es einen, trifft es alle? Das muss nicht unbedingt sein. Aber vor allem nähere Kontaktpersonen wie die Familie sollten ihren Schopf ebenfalls auf die kleinen Parasiten hin überprüfen. Vom Robert-Koch-Institut wird eine vorsorgliche Mitbehandlung von Kontaktpersonen im häuslichen Milieu nicht grundsätzlich empfohlen. Eine Therapie ist nur bei einem Befall angeraten.

Übrigens müssen die Eltern eines von Läusen betroffenen Kindes die Gemeinschaftseinrichtungen, allen voran die Kita, den Kindergarten und die Schule, aber auch Spielgruppen und Sportvereine über den Befall informieren. Das ist der beste Schutz gegen eine weitere Verbreitung.

Mythos 5: „Läuse wird man niemals wieder richtig los, die kommen immer wieder“

Ja, ein Läusebefall ist hartnäckig, aber definitiv kein hoffnungsloser Fall. Eigentlich ist die Behandlung recht unkompliziert, wenn sich die Betroffenen auch an die entsprechenden Anweisungen in der Packungsbeilage des Entlausungsmittels halten.

Und genau hier liegt tatsächlich das Problem: Nicht selten wird die Anwendung nicht lange genug durchgeführt oder zu sparsam mit dem Mittel umgegangen. Vor allem bei Kindern möchten Eltern die vermeintliche Belastung durch chemische Zusätze reduzieren. Das führt nur leider dazu, dass nicht alle Läuse und ihre Larven (Nissen) abgetötet werden, einige überleben und legen fleißig wieder Ihre Eier. Das „Spiel“ beginnt von neuem.

Es gilt einen weiteren Aspekt zu beachten: Besonders Kinder sind sich beim Spielen sehr nahe und halten die Köpfe eng zusammen. So kann auch eher als bei Erwachsenen eine Wiederübertragung von Läusen erfolgen. Es muss also nicht unbedingt die gleiche Läuseplage sein, sondern eine komplett neue.

Mythos 6: „Häufiges Haarewaschen verhindert einen Kopflausbefall.“

Leider sind für viele Menschen Läuse immer noch ein Zeichen für mangelnde Hygiene – zu Unrecht. Denn den Plagegeistern ist es relativ egal, ob die Haare gewaschen oder fettig sind.

Es sei nochmal betont: Ein Lausbefall hat nichts mit dem Hygienezustand zu tun und muss demensprechend nicht peinlich sein oder gar verheimlicht werden. Nur wenn Betroffene ihre Umgebung informieren, können die möglicherweise auch befallenen Mitmenschen frühzeitig handeln. So wird einer Wiederansteckung (Pingpong-Effekt) vorgebeugt und damit der Teufelskreis unterbrochen.