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Aachen: Zahndefekte können mit Inlays oder Füllungen behoben werden

Aachen : Zahndefekte können mit Inlays oder Füllungen behoben werden

An Karies erkrankte Zähne lassen sich mit Füllungen oder sogenannten Inlays wieder restaurieren. Nach dem Ausbohren der befallenen Zahnsubstanz stehen dem Arzt eine Reihe von Materialien zur Verfügung.

„Welcher Zahnersatz sich am besten eignet, hängt von der Art des Defekts und den Ansprüchen des Patienten ab”, sagt Sabine Köhler, Präsidentin des Medizinischen Beratungsdienstes der Zahnärzte.

Oberstes Ziel sollte eine möglichst substanzschonende Vorgehensweise sein. „Bei kleinen Kariesstellen sind die sogenannten Komposits im Vorteil”, betont die Medizinerin. Die Kunststofffüllungen werden mit der gesunden Zahnsubstanz verklebt und dem Restzahn angepasst. Auf größere Ausbohrungen kann verzichtet werden. „Leider sind Komposits teuer und für den Patienten zuzahlungspflichtig”, sagt Köhler. Nach etwa acht bis zehn Jahren müssen sie erneuert werden.

Amalgamfüllungen halten ähnlich lange, sind aber kostengünstiger. Allerdings brauchen die Quecksilberlegierungen mehr Platz als Komposits. Amalgam wird nicht in den Zahn geklebt, sondern eingelegt. Damit die Füllung gut sitzt und nicht herausfällt, muss der Zahnarzt eine Passform schleifen. „Es wird also mehr gesunde Zahnsubstanz entfernt, als zur Beseitigung der Karies notwendig wäre”, erläutert Köhler. Amalgamfüllungen belasten den Körper mit Schwermetallen und gelten etwa für nierenkranke Menschen als Gesundheitsrisiko.

Zudem sind sie gegenüber Komposits optisch im Nachteil. Die silbernen Legierungen sind im Mundraum deutlich sichtbar, während zahnfarbene Kunststofffüllungen praktisch nicht auffallen.

Inlays aus Gold oder Keramik sind besonders hochwertig und langlebig, dafür aber teuer. Außerdem benötigen Gold-Inlays ähnlich wie Amalgam-Füllungen eine ausreichend große Passform, was Köhler zufolge nur mit „substanzraubenden Ausbohrungen” machbar ist.

Bei größeren Defekten kann ohnehin eine Krone oder Teilkrone sinnvoller sein als eine große Füllung. „Wenn der Zahn zu zwei Dritteln zerstört ist, ist eine Komposit-Füllung nicht mehr angezeigt”, betont Köhler. Patienten rät die Medizinerin, sich vor der Behandlung ausführlich vom Zahnarzt über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten beraten zu lassen.