Heidelberg/Berlin: Zahnausfall und Mundhöhlenkrebs bei Rauchern häufiger

Heidelberg/Berlin: Zahnausfall und Mundhöhlenkrebs bei Rauchern häufiger

Raucher haben ein rund doppelt so hohes Risiko für Zahnausfall wie Nichtraucher.

Außerdem bekommen sie wesentlich öfter Entzündungen im Kiefer und riskieren tödlich verlaufende Krebserkrankungen in der Mundhöhle. Darauf weisen das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und die Bundeszahnärztekammer in dem gemeinsam herausgegebenen Report „Rauchen und Mundgesundheit” hin, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Der beste Schutz davor sei, konsequent auf das Rauchen zu verzichten.

Tabakkonsum ist dem DKFZ zufolge die wichtigste einzelne vermeidbare Ursache für Krankheit und Tod. Tabakrauch enthalte mehr als 4800 Substanzen, von denen rund 250 giftig und weitere 90 krebserregend sind oder im diesem Verdacht stehen. So tragen Schadstoffe aus dem Tabakrauch zum Beispiel dazu bei, dass über das Immunsystem der Kieferknochen zerstört wird. In der Folge werden die Zähne locker und fallen aus. Da bei Rauchern Wunden schlechter verheilen, gelingt bei ihnen der Ersatz der verlorenen Zähne durch Implantate oft nicht.

Wenn werdende Mütter rauchen, gefährden sie durch die Schadstoffe zum Beispiel auch die Entwicklung des Kieferknochens ihres ungeborenen Kindes. Kinder rauchender Mütter haben dadurch ein doppelt so hohes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten wie Kinder von Nichtraucherinnen, erläutert das DKFZ. Zahnärzte gelten als gute Initiatoren einer Tabakentwöhnung, weil sie ihre Patienten meist sehr regelmäßig sehen. Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer gehen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung einmal jährlich zum Zahnarzt, mehr als 80 Prozent von ihnen immer zum selben.

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