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Münster/Düsseldorf: Zahl der Organspender noch zu gering

Münster/Düsseldorf : Zahl der Organspender noch zu gering

In Nordrhein-Westfalen gibt es weiterhin zu wenige Spenderorgane. 2007 hatten in Nordrhein-Westfalen Menschen nach ihrem Hirntod 760 Organe gespendet, teilte Nordrhein- Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag mit.

Im Jahr zuvor standen nur 664 Organe zur Verfügung. Die gesteigerte Zahl reiche dennoch nicht annähernd aus, um die 2600 schwer kranken Menschen auf der Warteliste zu versorgen.

Laumann stellte am Freitag eine neue DVD unter dem Titel „Hoffen auf Herz und Nieren” vor, die künftig Schulen für den Unterricht zur Verfügung stehen soll. Damit könnten sich junge Leute eine eigene Meinung bilden und das umstrittene Thema Organspende mit ihren Freunden und Familienangehörigen diskutieren, sagte der Minister. „Die meisten Menschen haben eine positive Einstellung zur Organspende, aber nur zwölf Prozent haben einen Spenderausweis”, beklagte der Minister.

Am Freitagabend sollte der Münsteraner Rockmusiker Steffi Stephan, Mitglied in Udo Lindenbergs „Panikorchester” für seine Verdienste um die Organspende von der Bundesinitiative „Ausgewählter Ort 2008 im Land der Ideen” ausgezeichnet werden. Stephan hatte bei Konzerten und Auftritten gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Dieter Kemmerling bei der Aktion „No panic for organic” 30.000 Spenderausweise verteilt und damit neue Organspender geworben.

Der Organspende-Beauftragte des Universitätsklinikums Münster, Hartmut Schmidt, forderte neue Konzepte bei der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Organspende. Den Menschen müssten die Umstände und die rechtliche Absicherung einer Organspende klar gemacht werden, um ihnen die Angst davor zu nehmen. Nur ein Prozent aller Inhaber eines Spenderausweises komme tatsächlich überhaupt als Organspender infrage.