Berlin: Zahl der Masernerkrankungen steigt deutlich

Berlin: Zahl der Masernerkrankungen steigt deutlich

Die Zahl der Masernerkrankungen hat in Deutschland deutlich zugenommen. 2010 wurden 780 Krankheitsfälle gemeldet, 200 mehr als im Jahr zuvor.

Dies teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin anlässlich der am 23. April beginnenden Europäischen Impfwoche mit. Seit Beginn dieses Jahres seien bereits über 230 Fälle bekannt geworden.

Fast die Hälfte der Masernerkrankungen wurden in Baden-Württemberg gemeldet. Die dortigen Behörden registrierten 2011 bislang fast siebenmal so viele Fälle wie im Vorjahreszeitraum. Unter den 107 Erkrankten waren 45 Kinder unter zehn Jahren. Im Jahr zuvor gab es im gleichen Zeitraum 16 Fälle.

Hintergrund sei die niedrige Impfquote. So sei die für eine Ausrottung der Masern erforderliche Impfquote von 95 Prozent nach der zweiten Impfung in Deutschland bisher nicht erreicht worden, teilte das RKI weiter mit.

Dieser Trend unterstreiche die Bedeutung der Impfung nicht nur für Kleinkinder, sondern auch für Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden. Masern werden über eine Tröpfcheninfektion übertragen. Symptome sind Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten und ein Ausschlag am dritten bis siebten Tag nach dem Ausbruch der Krankheit. Es kann zu schweren Komplikationen wie einer akuten Hirnhautentzündung kommen, die in 0,1 Prozent der Fälle auftritt.

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