Yoga – auch für Männer ein kräftigendes Körpererlebnis

Lange Tradition : Yoga – auch für Männer ein kräftigendes Körpererlebnis

Viele Menschen teilen den Geschlechtern bestimmte Sportarten zu: So gilt beispielsweise Gewichtheben als ausgesprochener Männersport, während Sportarten wie Ballett typischerweise Frauen zugeordnet werden. Ebenso verhält es sich mit Yoga.

In Yoga-Kursen sind Männer deutlich in der Minderheit, und Online-Tutorials auf YouTube werden in der Mehrheit von Frauen durchgeführt. Das ist durchaus überraschend, wenn man bedenkt, dass es Männer wie der indische Gelehrte Patañjali waren, die eine zentrale Figur in der Verbreitung von Yoga gespielt haben. Ein guter Grund für Männer, Yoga zu entdecken.

Stärkung von Geist und Muskulatur

Yoga hat eine lange Tradition und ist eine der sechs klassischen Schulen der indischen Philosophie. Es umfasst nicht nur eine Reihe körperlicher Übungen – den Asanas (Körperstellungen) –, sondern auch Bewusstseinsübungen wie Dharana (Konzentration) oder Pranayama (Beherrschung des Atems). Die übergreifenden Praktiken stärken die Muskulatur und trainieren Geist und Psyche. Manche Yoga-Stile beinhalten sogar das minutenlange Halten von Körperstellungen, sodass die Muskeln dauerhaft aktiviert sind. Und von diesem Training kann jeder profitieren, unabhängig vom Geschlecht.

In vielen Fällen ist es nicht der sportliche Aspekt, der Männer von Yoga abhält, sondern der Fokus auf das Innere. Yoga als ganzheitliche Lehre konzentriert sich auf den ganzen Körper und möchte auch die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstwertgefühl stärken. Gute Yogakurse sind deshalb in verschiedene Phasen unterteilt. Begonnen wird mit einer kurzen Begrüßung, bei der man in sich hineinhorcht und überprüft, wie man sich momentan fühlt. Sobald man fokussiert ist, folgen verschiedene Asanas. Nach dem eigentlichen Training endet die Yoga-Praktik mit einem Entspannungsritual. Bei diesem geht es darum, Körper und Geist wieder zu entspannen. Die Folge ist, dass man sich nach dem Yoga nicht nur körperlich erschöpft, sondern auch mental gelöst fühlt.

Yoga erreicht auch Tiefenmuskulatur

Wie genau wirken sich Yoga-Übungen auf den Körper aus? Grundsätzlich stärkt Yoga die Muskulatur, fördert die Beweglichkeit, verbessert die Haltung, löst verkrampfte Muskeln und schult die Körperwahrnehmung. Der stärkende Effekt betrifft auch die Tiefenmuskulatur wie die des Beckenbodens. Dieser gilt üblicherweise als weibliche Problemzone, dabei sollten auch Männer die Beckenbodenmuskulatur gezielt trainieren. Schließlich hält sie nicht nur die Verdauungs-, sondern auch die Harnausscheidungsorgane an Ort und Stelle.

Eine starke Beckenbodenmuskulatur ist besonders wichtig für Männer, die von Harnverlust betroffen sind. Häufiger Harndrang ist nämlich keineswegs immer auf organische Ursachen zurückzuführen, sondern kann auch durch Stress und eine schwache Muskulatur aus dem Gleichgewicht geraten. Mit einem konstanten Training der Beckenbodenmuskulatur stellt sich jedoch bald Besserung ein.

Doch Yoga wirkt sich nicht nur positiv auf die Muskulatur aus und verbessert die Beweglichkeit. Insbesondere in hektischen Lebenssituationen sind die Praktiken eine Möglichkeit, Stress abzubauen. Man lernt, aktuelle Probleme hinter sich zu lassen und sich auf sein Inneres zu konzentrieren. Die entspannungsfördernde Wirkung von Yoga verbessert darüber hinaus die Schlafqualität.

(rd)
Mehr von Aachener Zeitung