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Rostock: Wissenschaftler weisen krebserregende Wirkung von Tonerstaub nach

Rostock : Wissenschaftler weisen krebserregende Wirkung von Tonerstaub nach

Staub aus Tonerpatronen kann nach Untersuchungen Rostocker Wissenschaftler Lungenkrebs verursachen. Studien ließen keinen Zweifel zu, dass die Partikel ebenso wie Asbest, Ruß von Zigaretten oder aus Dieselabgasen krebserregend seien, sagte Ludwig Jonas vom Elektronenmikroskopischen Zentrum im Institut für Pathologie der Universität Rostock am Mittwoch.

Seit einigen Jahren beobachte man bei Servicetechnikern von Drucker- und Kopierherstellern zunehmende Lungenprobleme bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung. Einige Menschen entwickelten eine Allergie auf Tonerpulver. Sie verlieren beispielsweise ihre Stimme, sobald sie in Räume kommen, in denen Drucker oder Kopierer stehen, wie Jonas sagte.

In der Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung gekommen sei, habe man unter dem Elektronenmikroskop eindeutig Kohlenstoffpartikel in großer Zahl nachgewiesen. Das diese Partikel gefährliche sogenannte Sauerstoff- und Stickstoffradikale produzieren, die zum Zelltod führen können, habe wiederum eine Doktorandin experimentell untersucht.

Insgesamt nehme die Belastung der Atemluft mit Fein- und Feinststaub immer mehr zu, sagte der Wissenschaftler. Seit etwa zehn Jahren gebe es Richtlinien, wie hoch die Feinstaubbelastung auf Straßen sein darf. „Wenn bei einigen Kopierern und Druckern dieser Grenzwert bis zum Fünffachen überschritten wird, dann muss es auch für Arbeitsräume solche Grenzwerte geben”, forderte Jonas.