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Bexbach: Wenn die Haut erblüht: Rosazea-Behandlung braucht Geduld

Bexbach : Wenn die Haut erblüht: Rosazea-Behandlung braucht Geduld

Bösartig oder ansteckend ist die Hautkrankheit Rosazea nicht. Doch die für jeden sichtbaren Rötungen und Pusteln im Gesicht machen Betroffenen häufig psychisch schwer zu schaffen. Wer Veränderungen an der Gesichtshaut bei sich feststellt, sollte rasch einen Facharzt aufsuchen.

„Ob es sich um Rosazea oder eine andere Hautkrankheit mit ähnlichen Symptomen handelt, kann letztendlich nur ein Hautarzt feststellen”, betont Renate Donath, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Kosmetiker/innen (BDK).

Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in der Regel mit Knötchen und Eiterpickeln im Gesicht einhergeht. Oft beginnt sie mit langsam zunehmenden Rötungen. Sie haben Ähnlichkeit mit dem Erblühen von Rosengewächsen - daher der Name, der sich vom lateinischen Wort rosaceus ableitet. „Ein Zusammenhang mit Akne besteht grundsätzlich, dennoch ist die Rosazea als eigenständige Erkrankung zu sehen”, erklärt Ingo Schugt vom Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD). Dem BVDD zufolge sind rund vier Millionen Menschen in Deutschland von Rosazea betroffen.

Was sind die Ursachen von Rosazea?

Das ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. „Vermutet wird unter anderem, dass eine überzogene Immunreaktion die Entzündung bei der Rosazea auslösen könnte”, erläutert Tonja von Seelen vom Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA). Dabei nisten sich Haarbalgmilben, die bei Menschen naturgemäß zur Haut gehören, in größerer Anzahl als gewöhnlich in die Haut ein. „Möglicherweise tritt Rosazea aber auch aufgrund einer Durchblutungsstörung der Gefäße im Gesichtsbereich auf”, ergänzt Schugt. Sie kann auch vererbt worden sein oder auf hormonellen Veränderungen beruhen. Erwachsene mit hellerer Haut erkranken eher als Menschen mit dunklerer Haut.

Wie verläuft die Krankheit?

Laut Schugt lassen sich mehrere Stadien ausmachen: Zunächst zeigen sich Rötungen, dann bilden sich zusätzlich Pusteln und Eiterpickel, schließlich können schwerste Entzündungen auftreten. Im Verlauf der Erkrankung kann sich die Nase nicht nur röten, sondern auch knotig verdicken. Umgangssprachlich ist dann von einer Knollen-, Kartoffel- oder gar Säufernase die Rede. „Die Symptome können durch den Genuss von Alkohol, scharfen Speisen oder durch Stress einen Schub erhalten”, sagt von Seelen. Da jeder anders reagiert, muss jeder Betroffene für sich herausfinden, was die Symptome verschlimmert. Sonnenbäder und Saunabesuche sollten sie meiden.

Wie sieht die richtige Hautpflege aus?

„Die Gesichtshaut sollte mit einem milden und pH-neutralen Reinigungsschaum gesäubert werden”, rät Schugt. Anschließend können beispielsweise entzündungshemmende Cremes aufgetragen werden. „Alles, was unter fettreicher Pflege läuft, sollte der Patient vermeiden, da damit die Symptome verstärkt werden”, erklärt der Hautarzt. „Oft wird Azelainsäure als Gel verschrieben”, berichtet von Seelen. Auch das Mittel Metronidazol, das es als Creme oder Gel gibt, kann helfen, Rötungen sowie Pusteln zu mildern. Mit Camouflage-Make-up, das es in Apotheken gibt, können Frauen Rosazea-Symptome zudem gut abdecken.

Helfen Kortison-Salben?

„Kortison-Salben stellen keine Option dar und bleiben absoluten Sonderfällen wie etwa schwersten entzündlichen Rosazea-Varianten vorbehalten”, erklärt Schugt. Der Grund: Zwar trägt Kortison zu einer Verbesserung des Hautbildes bei Rosazea bei, allerdings verschlimmern sich die Symptome bei Absetzen des Präparates.

Wie kann Rosazea sonst noch behandelt werden?

Neben der richtigen Hautpflege werden je nach Stadium der Erkrankung Tabletten verordnet. Um die Durchblutung der Haut zu fördern und Schwellungen zu vermindern, bieten viele Kosmetikfachinstitute Gesichtsmassagen an. „Die Massage wird mit den Fingerkuppen mit mehr oder weniger starkem Druck, je nach Gesichtsareal, durchgeführt”, erläutert Donath. Der Kunde sollte sich zeigen lassen, wie er diese Massage zwischen mehreren Sitzungen im Kosmetikinstitut auch selbst zu Hause anwenden kann. „Die Massage ist ein intensives Gefäßtraining und wichtig, wenn die Haut gesund werden soll”, fügt Donath hinzu. Wer eine knotige Verdickung der Nase aufgrund von Rosazea hat, kommt laut Schugt oft an einer Operation oder Lasertherapie nicht vorbei.

Gibt es Hausmittel gegen Rosazea?

Donath empfiehlt Holunderblütenwasser als Gesichtswasser - es soll die Rötung nehmen. Daneben rät sie zu nicht zu heißen Kompressen mit drei bis vier Tropfen Teebaum- oder Lavendelöl, da diesen Ölen eine desinfizierende und heilende Wirkung zugeschrieben wird. Allerdings sollten allergisch veranlagte Personen mit Cremes mit Teebaumöl zurückhaltend sein, rät Schugt. Denn darin enthaltene Substanzen können zu Kontaktallergien führen. Mit abgekühltem schwarzen Tee getränkte Umschläge und Auflagen können ihm zufolge dann oft besser lindern und haben kein Allergiepotenzial. Allgemein gelte: „Rosazea ist gut behandelbar, aber oft ist Geduld nötig, um Besserungen am Hautbild zu sehen.”

(dpa)